Den Stundenverrechnungssatz berechnen Sie, indem Sie den Stundenlohn um die Lohnnebenkosten erhöhen, auf die tatsächlich verrechenbaren Stunden umlegen und Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn aufschlagen. Das Ergebnis ist der Betrag, den eine Monteurstunde beim Kunden mindestens kosten muss, damit Lohn, Betrieb und Gewinn gedeckt sind. Der Rechner zeigt jeden Rechenschritt, den Satz netto und brutto mit 19 % Umsatzsteuer sowie die verrechenbaren Stunden im Jahr.
Stundenverrechnungssatz berechnen: die Formel
Der Rechner arbeitet mit einer vereinfachten Zuschlagskalkulation in fünf Schritten. Alle Zuschläge beziehen sich auf eine produktive, also beim Kunden abrechenbare Stunde:
- Lohnkosten je bezahlte Stunde = Stundenlohn × (1 + Lohnnebenkosten ÷ 100)
- Lohnkosten je produktive Stunde = Lohnkosten ÷ (produktiver Anteil ÷ 100). So werden Fahrzeiten, Rüstzeiten, Werkstatt und Aufräumen auf die verrechenbaren Stunden umgelegt.
- Gemeinkosten = Lohnkosten je produktive Stunde × Gemeinkosten-Zuschlag ÷ 100
- Selbstkosten = Lohnkosten je produktive Stunde + Gemeinkosten
- Verrechnungssatz netto = Selbstkosten × (1 + Wagnis und Gewinn ÷ 100)
Die bezahlten Stunden im Jahr fließen nicht in den Satz ein. Sie zeigen, wie viele Stunden je Mitarbeitenden verrechenbar sind (bezahlte Stunden × produktiver Anteil). Setzen Sie hier die Anwesenheitsstunden an, etwa 2.080 Sollstunden abzüglich Urlaub, Feiertage und Krankheit. Die Kosten dieser Ausfallzeiten stecken bereits in den Lohnnebenkosten.
Beispielrechnung: Stundensatz eines Gesellen
Geselle mit 22,50 € Stundenlohn, Lohnnebenkosten 85 %, 1.720 bezahlte Stunden, davon 80 % produktiv, Gemeinkosten-Zuschlag 55 %, Wagnis und Gewinn 10 %:
| Rechenschritt | Rechnung | je Stunde |
|---|---|---|
| Lohn + Lohnnebenkosten | 22,50 € × 1,85 | 41,63 € |
| umgelegt auf produktive Stunden | 41,625 € ÷ 0,80 | 52,03 € |
| + Gemeinkosten 55 % | 52,03 € × 0,55 | 28,62 € |
| = Selbstkosten | 52,03 € + 28,62 € | 80,65 € |
| + Wagnis und Gewinn 10 % | 80,65 € × 0,10 | 8,06 € |
| = Stundenverrechnungssatz netto | 88,71 € | |
| Stundenverrechnungssatz brutto | 88,71 € × 1,19 | 105,57 € |
Verrechenbar sind 1.720 h × 80 % = 1.376 Stunden im Jahr. Jede Stunde, die nicht abgerechnet werden kann, verteuert die übrigen.
Welche Stellschraube den Stundensatz am stärksten bewegt
| Änderung | Satz netto |
|---|---|
| Ausgangswerte wie oben | 88,71 € |
| produktiver Anteil 70 % statt 80 % | 101,39 € |
| produktiver Anteil 90 % statt 80 % | 78,86 € |
| Gemeinkosten 40 % statt 55 % | 80,13 € |
| Gemeinkosten 70 % statt 55 % | 97,30 € |
| Wagnis und Gewinn 5 % statt 10 % | 84,68 € |
Der produktive Anteil wirkt am stärksten. Wer ihn schätzt statt misst, kalkuliert schnell 10 € je Stunde zu niedrig. Die Grundlage liefern Stundenzettel, auf denen Fahrt, Werkstatt und Baustelle getrennt erfasst sind, siehe Stundenzettel Vorlage.
Gemeinkosten und Lohnnebenkosten richtig ansetzen
- Lohnnebenkosten: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Umlagen, bezahlter Urlaub (§ 3 BUrlG), Feiertage, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 EntgFG), tarifliche Zusatzleistungen. Im Bauhandwerk kommen je nach Branche Beiträge zu Sozialkassen hinzu.
- Gemeinkosten: Werkstatt, Fahrzeuge, Büro, Versicherungen, Software, Werkzeug, Weiterbildung und das Gehalt der Inhaberin oder des Inhabers, soweit er nicht selbst produktiv abrechnet. Den Zuschlag ermitteln Sie aus der Buchhaltung des Vorjahres: Gemeinkosten ÷ produktive Lohnkosten × 100.
- Wagnis und Gewinn: Ausfallrisiko, Gewährleistung, Rücklagen und Gewinn. Material wird nicht über den Stundensatz, sondern mit eigenem Zuschlag kalkuliert.
Typische Fehler beim Stundensatz kalkulieren
- Mit 100 % produktiven Stunden gerechnet: Fahrzeit, Rüstzeit und Aufräumen fehlen.
- Unternehmerlohn vergessen: Der Inhaber arbeitet sonst unentgeltlich.
- Satz der Konkurrenz übernommen statt eigene Kosten kalkuliert.
- Gemeinkosten-Zuschlag auf den Stundenlohn statt auf die Lohnkosten bezogen.
- Netto- und Bruttopreis verwechselt: Gegenüber Privatkunden ist der Endpreis einschließlich Umsatzsteuer anzugeben.
Eine ausführliche Kalkulation mit mehreren Mitarbeitenden bietet die Excel-Vorlage Stundenverrechnungssatz-Kalkulation; den Hintergrund erklärt der Beitrag Stundenverrechnungssatz berechnen.