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Stundenverrechnungssatz-Rechner: Stundensatz im Handwerk berechnen

Stundenverrechnungssatz netto
88,71 €
brutto 105,57 € (19 % USt) · 1.376 verrechenbare Stunden im Jahr
Rechenschrittje Stunde
Lohn + Lohnnebenkosten (je bezahlte Stunde)41,63 €
umgelegt auf produktive Stunden52,03 €
+ Gemeinkosten28,62 €
= Selbstkosten80,65 €
+ Wagnis und Gewinn8,06 €
Verrechnungssatz netto88,71 €

Vereinfachte Zuschlagsrechnung. Für eine genaue Kalkulation die eigenen Zahlen aus der Buchhaltung (Gemeinkosten des Vorjahres, tatsächliche Ausfallzeiten) einsetzen. Die Excel-Vorlage „Stundenverrechnungssatz-Kalkulation“ rechnet ausführlicher.

  1. Bruttostundenlohn der Fachkraft und die Lohnnebenkosten in Prozent des Lohns eintragen (Sozialabgaben, Urlaub, Feiertage, Krankheit, Umlagen).
  2. Bezahlte Anwesenheitsstunden im Jahr und den produktiven Anteil eintragen, also den Anteil, der beim Kunden abgerechnet wird.
  3. Gemeinkosten-Zuschlag sowie Wagnis und Gewinn in Prozent eintragen.
  4. Stundenverrechnungssatz netto ablesen; brutto ist er mit 19 % Umsatzsteuer angegeben.

Die Berechnung läuft nur in Ihrem Browser – es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.

Den Stundenverrechnungssatz berechnen Sie, indem Sie den Stundenlohn um die Lohnnebenkosten erhöhen, auf die tatsächlich verrechenbaren Stunden umlegen und Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn aufschlagen. Das Ergebnis ist der Betrag, den eine Monteurstunde beim Kunden mindestens kosten muss, damit Lohn, Betrieb und Gewinn gedeckt sind. Der Rechner zeigt jeden Rechenschritt, den Satz netto und brutto mit 19 % Umsatzsteuer sowie die verrechenbaren Stunden im Jahr.

Stundenverrechnungssatz berechnen: die Formel

Der Rechner arbeitet mit einer vereinfachten Zuschlagskalkulation in fünf Schritten. Alle Zuschläge beziehen sich auf eine produktive, also beim Kunden abrechenbare Stunde:

  1. Lohnkosten je bezahlte Stunde = Stundenlohn × (1 + Lohnnebenkosten ÷ 100)
  2. Lohnkosten je produktive Stunde = Lohnkosten ÷ (produktiver Anteil ÷ 100). So werden Fahrzeiten, Rüstzeiten, Werkstatt und Aufräumen auf die verrechenbaren Stunden umgelegt.
  3. Gemeinkosten = Lohnkosten je produktive Stunde × Gemeinkosten-Zuschlag ÷ 100
  4. Selbstkosten = Lohnkosten je produktive Stunde + Gemeinkosten
  5. Verrechnungssatz netto = Selbstkosten × (1 + Wagnis und Gewinn ÷ 100)

Die bezahlten Stunden im Jahr fließen nicht in den Satz ein. Sie zeigen, wie viele Stunden je Mitarbeitenden verrechenbar sind (bezahlte Stunden × produktiver Anteil). Setzen Sie hier die Anwesenheitsstunden an, etwa 2.080 Sollstunden abzüglich Urlaub, Feiertage und Krankheit. Die Kosten dieser Ausfallzeiten stecken bereits in den Lohnnebenkosten.

Beispielrechnung: Stundensatz eines Gesellen

Geselle mit 22,50 € Stundenlohn, Lohnnebenkosten 85 %, 1.720 bezahlte Stunden, davon 80 % produktiv, Gemeinkosten-Zuschlag 55 %, Wagnis und Gewinn 10 %:

RechenschrittRechnungje Stunde
Lohn + Lohnnebenkosten22,50 € × 1,8541,63 €
umgelegt auf produktive Stunden41,625 € ÷ 0,8052,03 €
+ Gemeinkosten 55 %52,03 € × 0,5528,62 €
= Selbstkosten52,03 € + 28,62 €80,65 €
+ Wagnis und Gewinn 10 %80,65 € × 0,108,06 €
= Stundenverrechnungssatz netto88,71 €
Stundenverrechnungssatz brutto88,71 € × 1,19105,57 €

Verrechenbar sind 1.720 h × 80 % = 1.376 Stunden im Jahr. Jede Stunde, die nicht abgerechnet werden kann, verteuert die übrigen.

Welche Stellschraube den Stundensatz am stärksten bewegt

Gleiches Beispiel, jeweils ein Wert geändert
ÄnderungSatz netto
Ausgangswerte wie oben88,71 €
produktiver Anteil 70 % statt 80 %101,39 €
produktiver Anteil 90 % statt 80 %78,86 €
Gemeinkosten 40 % statt 55 %80,13 €
Gemeinkosten 70 % statt 55 %97,30 €
Wagnis und Gewinn 5 % statt 10 %84,68 €

Der produktive Anteil wirkt am stärksten. Wer ihn schätzt statt misst, kalkuliert schnell 10 € je Stunde zu niedrig. Die Grundlage liefern Stundenzettel, auf denen Fahrt, Werkstatt und Baustelle getrennt erfasst sind, siehe Stundenzettel Vorlage.

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So hilft BauDock
Den produktiven Anteil messen statt schätzen: In BauDock stempeln Mitarbeitende am Handy oder als Kolonne auf ein Projekt, Pausen werden nach Arbeitszeitgesetz berücksichtigt, und die Stundenzettel je Person und Zeitraum zeigen, wie viel Zeit tatsächlich auf Baustellen gebucht wurde. Diese Quote setzen Sie im Rechner als produktiven Anteil ein.

Gemeinkosten und Lohnnebenkosten richtig ansetzen

  • Lohnnebenkosten: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Umlagen, bezahlter Urlaub (§ 3 BUrlG), Feiertage, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 EntgFG), tarifliche Zusatzleistungen. Im Bauhandwerk kommen je nach Branche Beiträge zu Sozialkassen hinzu.
  • Gemeinkosten: Werkstatt, Fahrzeuge, Büro, Versicherungen, Software, Werkzeug, Weiterbildung und das Gehalt der Inhaberin oder des Inhabers, soweit er nicht selbst produktiv abrechnet. Den Zuschlag ermitteln Sie aus der Buchhaltung des Vorjahres: Gemeinkosten ÷ produktive Lohnkosten × 100.
  • Wagnis und Gewinn: Ausfallrisiko, Gewährleistung, Rücklagen und Gewinn. Material wird nicht über den Stundensatz, sondern mit eigenem Zuschlag kalkuliert.

Typische Fehler beim Stundensatz kalkulieren

  • Mit 100 % produktiven Stunden gerechnet: Fahrzeit, Rüstzeit und Aufräumen fehlen.
  • Unternehmerlohn vergessen: Der Inhaber arbeitet sonst unentgeltlich.
  • Satz der Konkurrenz übernommen statt eigene Kosten kalkuliert.
  • Gemeinkosten-Zuschlag auf den Stundenlohn statt auf die Lohnkosten bezogen.
  • Netto- und Bruttopreis verwechselt: Gegenüber Privatkunden ist der Endpreis einschließlich Umsatzsteuer anzugeben.

Eine ausführliche Kalkulation mit mehreren Mitarbeitenden bietet die Excel-Vorlage Stundenverrechnungssatz-Kalkulation; den Hintergrund erklärt der Beitrag Stundenverrechnungssatz berechnen.

💡 Den Satz im Angebot weiterverwenden
Tragen Sie den ermittelten Nettosatz in BauDock beim Angebot als Stundensatz ein. In der Kalkulation je Position geben Sie dann nur noch Material, Lohnminuten und Zuschlag an; BauDock rechnet die Lohnminuten mit Ihrem Satz in den Einheitspreis ein. Mehr unter Angebote & Rechnungen.
Quellen
Fragen & Antworten

Fragen zum Stundensatz-Rechner

Wie berechne ich meinen Stundenverrechnungssatz?

Stundenlohn plus Lohnnebenkosten ergibt die Lohnkosten je bezahlte Stunde. Diese teilen Sie durch den produktiven Anteil, schlagen die Gemeinkosten auf und rechnen Wagnis und Gewinn hinzu. Das Ergebnis ist der Nettosatz je verrechenbare Stunde.

Was ist ein üblicher Stundenverrechnungssatz im Handwerk?

Das hängt von Gewerk, Region und Betriebsgröße ab. Mit typischen Annahmen wie im Beispiel (22,50 € Lohn, 85 % Lohnnebenkosten, 80 % produktiv, 55 % Gemeinkosten, 10 % Gewinn) ergeben sich knapp 89 € netto. Maßgeblich sind die eigenen Zahlen aus der Buchhaltung.

Wie hoch sind die Lohnnebenkosten im Handwerk?

Bezogen auf den Stundenlohn liegen sie im Handwerk häufig bei 70 bis 100 %, weil neben den Sozialabgaben auch Urlaub, Feiertage, Krankheit und Umlagen bezahlt werden, ohne dass gearbeitet wird.

Wie viele produktive Stunden hat ein Handwerker im Jahr?

Bei rund 1.720 Anwesenheitsstunden und 75 bis 85 % produktivem Anteil sind es etwa 1.300 bis 1.460 abrechenbare Stunden. Fahrzeiten zählen nur, wenn sie dem Kunden berechnet werden.

Gehört der Unternehmerlohn in den Stundensatz?

Ja. Arbeitet die Inhaberin oder der Inhaber nicht selbst abrechenbar mit, gehört das kalkulatorische Gehalt in die Gemeinkosten. Sonst ist der Satz zu niedrig.