Den Bedarf an Wandfarbe berechnen Sie als Streichfläche × Anzahl der Anstriche ÷ Ergiebigkeit in m² pro Liter. Die Streichfläche ist der Raumumfang mal Raumhöhe, auf Wunsch zuzüglich Decke und abzüglich Fenster und Türen. Der Rechner gibt den Farbbedarf in Litern und die Zahl der Gebinde für die gewählte Eimergröße aus.
Wandfarbe berechnen: die Formel
- Wandfläche = 2 × (Länge + Breite) × Höhe
- Streichfläche = Wandfläche + Decke (Länge × Breite, falls gewählt) − Abzug
- Farbbedarf in Litern = Streichfläche × Anzahl Anstriche ÷ Ergiebigkeit
- Gebinde = Farbbedarf ÷ Gebindegröße, aufgerundet
Die Ergiebigkeit ist die Fläche, die ein Liter Farbe bei einem Anstrich deckt. Sie steht auf dem Gebinde oder im technischen Merkblatt. Der Rechner rechnet mit mindestens einem Anstrich.
Beispielrechnung: Zimmer 5 × 4 m, 2,50 m hoch
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wandfläche | 2 × (5 + 4) × 2,50 | 45,00 m² |
| Abzug Fenster und Tür | − 4,00 m² | |
| Streichfläche | 45,00 − 4,00 | 41,00 m² |
| Farbbedarf, 2 Anstriche, 7 m²/l | 41,00 × 2 ÷ 7 | 11,7 Liter |
| Gebinde à 10 l | 11,7 ÷ 10, aufgerundet | 2 Eimer |
Wird die Decke mitgestrichen, kommen 20 m² hinzu: 61 m² Streichfläche, 17,4 Liter, weiterhin 2 Eimer à 10 Liter. Mit nur einem Anstrich genügen für die Wände 5,9 Liter, also ein Eimer.
Farbbedarf nach Raumgröße
| Raum | Abzug | Streichfläche | Farbbedarf | Gebinde |
|---|---|---|---|---|
| 3 × 3 m, 2,50 m hoch, ohne Decke | 2 m² | 28,00 m² | 8,0 l | 4 × 2,5 l |
| 4 × 3 m, 2,50 m hoch, ohne Decke | 3 m² | 32,00 m² | 9,1 l | 2 × 5 l |
| 5 × 4 m, 2,50 m hoch, ohne Decke | 4 m² | 41,00 m² | 11,7 l | 2 × 10 l |
| 5 × 4 m, 2,50 m hoch, mit Decke | 4 m² | 61,00 m² | 17,4 l | 2 × 10 l |
| 6 × 5 m, 2,60 m hoch, mit Decke | 5 m² | 82,20 m² | 23,5 l | 3 × 10 l |
Ergiebigkeit und Deckvermögen nach DIN EN 13300
Innenwandfarben werden nach DIN EN 13300 unter anderem nach Nassabriebbeständigkeit (Klasse 1 bis 5) und Deckvermögen (Klasse 1 bis 4) eingeteilt. Das Deckvermögen gilt immer für eine bestimmte Ergiebigkeit: Steht auf dem Eimer Deckvermögen Klasse 1 bei 7 m²/l, deckt die Farbe nur bei diesem Verbrauch so gut. Wer dünner streicht, braucht am Ende einen zusätzlichen Anstrich.
- Saugende Untergründe wie frischer Putz, Gipskarton oder Kalk brauchen eine Grundierung, sonst steigt der Verbrauch.
- Raufaser und strukturierte Oberflächen haben eine größere wirksame Fläche als glatte Wände.
- Bei einem Wechsel von dunkler auf helle Farbe sind oft drei Anstriche nötig.
- Für Rolle und Wanne geht etwas Farbe verloren; ein kleiner Rest ist für Ausbesserungen sinnvoll.
Typische Fehler beim Wandfarbe berechnen
- Nur Grundfläche statt Wandfläche gerechnet.
- Ergiebigkeit für mehrere Anstriche gelesen, obwohl sie je Anstrich angegeben ist.
- Decke vergessen oder doppelt gezählt.
- Große Fensterflächen nicht abgezogen, kleine Abzüge dagegen überschätzt.
- Nachgekaufte Farbe aus anderer Charge mit leichtem Farbunterschied.
Für Angebote und Abrechnung gelten die Aufmaßregeln der ATV DIN 18363 Maler- und Lackierarbeiten; für den Einkauf zählt die tatsächlich gestrichene Fläche. Flächen halten Sie in der Aufmaß Vorlage fest, Preise kalkulieren Sie mit der Angebotskalkulation Handwerk. Wann ein Kostenvoranschlag verbindlich ist, erklärt der Beitrag Kostenvoranschlag.
