Baulexikon

Gewerke am Bau (Liste) – einfach erklärt

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · Redaktion BauDock
Definition

Ein Gewerk ist ein abgegrenzter Leistungsbereich am Bau, den in der Regel ein Fachbetrieb ausführt, etwa Erdarbeiten, Maurerarbeiten oder Elektroinstallation. Die Gewerke am Bau lassen sich grob in Rohbau, Ausbau, technische Gebäudeausrüstung (TGA) und Außenanlagen gliedern; für viele gibt es eine eigene Norm in der VOB Teil C.

Was ist ein Gewerk?

Der Begriff Gewerk stammt aus dem Handwerk und bezeichnet heute vor allem eine Einheit für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung. Jedes Gewerk erhält meist ein eigenes Leistungsverzeichnis und einen eigenen Vertrag. Die VOB Teil C fasst die technischen Vertragsbedingungen je Gewerk in Normen zusammen, beginnend mit der DIN 18299 als allgemeiner Regel für Bauarbeiten jeder Art.

Gewerke am Bau: Liste in Bauablauf-Reihenfolge

Die folgende Gewerkeliste folgt dem typischen Ablauf eines Hochbaus (Wohn- oder Geschäftshaus). Im Einzelfall überschneiden sich Gewerke zeitlich stark, etwa TGA-Rohinstallation und Trockenbau. Die Reihenfolge ist eine Orientierung für Bauablaufplan und Vergabe, keine feste Regel.

Gewerkeliste Hochbau mit VOB/C-Norm
PhaseGewerkVOB/C (ATV)
VorbereitungAbbruch- und RückbauarbeitenDIN 18459
VorbereitungBaustelleneinrichtungNebenleistung (DIN 18299) bzw. eigene Position
RohbauErdarbeitenDIN 18300
RohbauVerbauarbeiten, WasserhaltungDIN 18303, DIN 18305
RohbauEntwässerungskanalarbeitenDIN 18306
RohbauBetonarbeitenDIN 18331
RohbauMauerarbeitenDIN 18330
RohbauAbdichtungsarbeitenDIN 18336
RohbauGerüstarbeitenDIN 18451
Rohbau / HülleZimmer- und HolzbauarbeitenDIN 18334
Rohbau / HülleDachdeckungs- und DachabdichtungsarbeitenDIN 18338
Rohbau / HülleKlempnerarbeitenDIN 18339
HülleFenster (Tischler- bzw. Metallbauarbeiten), VerglasungDIN 18355, DIN 18360, DIN 18361
TGA (Rohinstallation)Heizanlagen und zentrale WassererwärmungDIN 18380
TGA (Rohinstallation)Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen in Gebäuden (Sanitär)DIN 18381
TGA (Rohinstallation)Raumlufttechnische Anlagen (Lüftung)DIN 18379
TGA (Rohinstallation)Elektro: Nieder- und MittelspannungsanlagenDIN 18382
AusbauPutz- und StuckarbeitenDIN 18350
AusbauTrockenbauarbeitenDIN 18340
AusbauEstricharbeitenDIN 18353
FassadeWärmedämm-Verbundsysteme bzw. vorgehängte hinterlüftete FassadenDIN 18345, DIN 18351
AusbauFliesen- und PlattenarbeitenDIN 18352
AusbauMaler- und LackierarbeitenDIN 18363
AusbauBodenbelagarbeiten, ParkettarbeitenDIN 18365, DIN 18356
AusbauTischlerarbeiten (Innentüren), BeschlagarbeitenDIN 18355, DIN 18357
TGA (Fertigmontage)Sanitär-, Heizungs- und Elektro-Endmontage, AufzugDIN 18381, 18380, 18382, 18385
AußenanlagenPflasterdecken und PlattenbelägeDIN 18318
AußenanlagenLandschaftsbauarbeitenDIN 18320

Gewerke im Rohbau, Ausbau und in der TGA

Rohbaugewerke

Zum Rohbau zählen alle Gewerke, die das Tragwerk und die Gebäudehülle im Rohzustand herstellen: Erd-, Beton-, Maurer- und Zimmererarbeiten, dazu Abdichtung und Dach. Mit dem dichten Dach und eingebauten Fenstern ist das Gebäude „wetterdicht“ – ein wichtiger Meilenstein für den Ausbau.

Ausbaugewerke

Der Ausbau umfasst Putz, Trockenbau, Estrich, Fliesen, Maler, Bodenbeläge und Innentüren. Hier treffen viele Firmen auf engem Raum aufeinander; Schnittstellen und Trocknungszeiten (etwa beim Estrich) bestimmen den Ablauf.

Technische Gebäudeausrüstung (TGA)

Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro werden in zwei Schritten ausgeführt: Rohinstallation vor Putz und Estrich, Fertigmontage nach Fliesen und Maler. In der Kostengliederung entsprechen die TGA-Gewerke der KG 400 nach DIN 276 (siehe Kostengruppen).

Typische Fehler bei der Gewerkeplanung

  • Schnittstellen nicht definiert: Wer setzt Revisionsöffnungen, wer verschließt Durchbrüche, wer macht den Brandschutz an Leitungsdurchführungen?
  • Trocknungszeiten vergessen: Estrich und Putz brauchen Zeit, bevor Bodenbeläge oder Maler folgen können.
  • Zu viele Kleinlose ohne Koordination – das erhöht den Aufwand der Bauleitung erheblich.
  • Gewerke in Ablaufplan und Leistungsverzeichnis unterschiedlich geschnitten, sodass Termine und Aufträge nicht zusammenpassen.
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So hilft BauDock
In BauDock legen Sie den Bauzeitenplan nach Gewerken an, ordnen jeder Zeile die ausführende Firma zu und importieren bei Bedarf bestehende Pläne aus MS Project (.mpp oder XML).
Verwandte Begriffe
BauablaufplanBauphasenLeistungsverzeichnis (LV)Kostengruppen DIN 276BaustelleneinrichtungPolier🏢 Software für Bauträger →🦺 Software für Bauleiter →📐 Software für Architekten →🔨 Software für Handwerker →
Quellen
Fragen & Antworten

Fragen zu Gewerke am Bau (Liste)

Welche Gewerke gibt es am Bau?

Grob unterscheidet man Rohbau (z. B. Erd-, Beton-, Maurer-, Zimmerer-, Dacharbeiten), Ausbau (Putz, Trockenbau, Estrich, Fliesen, Maler, Bodenbeläge), technische Gebäudeausrüstung (Heizung, Sanitär, Lüftung, Elektro) und Außenanlagen.

In welcher Reihenfolge kommen die Gewerke beim Hausbau?

Typisch ist: Erdarbeiten, Rohbau, Dach und Fenster, TGA-Rohinstallation, Putz und Trockenbau, Estrich, Fliesen, Maler, Bodenbeläge, TGA-Fertigmontage, Außenanlagen. Im Detail überschneiden sich viele Gewerke.

Was ist ein Gewerk einfach erklärt?

Ein Gewerk ist ein in sich abgeschlossener Arbeitsbereich am Bau, den meist ein spezialisierter Betrieb ausführt und der getrennt ausgeschrieben und abgerechnet wird.

Wo sind die Gewerke technisch geregelt?

In der VOB Teil C (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen). Für fast jedes Gewerk gibt es eine eigene DIN-Norm, z. B. DIN 18331 Betonarbeiten oder DIN 18352 Fliesen- und Plattenarbeiten.

Wie viele Gewerke hat ein Einfamilienhaus?

Je nach Zuschnitt sind es häufig 15 bis 25 Gewerke. Beim Generalunternehmer bündelt ein Vertrag alle Gewerke, bei der Einzelvergabe schließt der Bauherr mit jedem Gewerk einen eigenen Vertrag.