Baulexikon

Baustelleneinrichtung – einfach erklärt

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · Redaktion BauDock
Definition

Die Baustelleneinrichtung umfasst alle Anlagen, Geräte, Unterkünfte und Flächen, die für die Ausführung eines Bauvorhabens vorübergehend benötigt werden, etwa Kran, Bauzaun, Container, Baustrom, Bauwasser, Lager- und Verkehrsflächen. Sie wird vor Baubeginn geplant, im Baustelleneinrichtungsplan dargestellt und nach Fertigstellung wieder geräumt.

Was gehört zur Baustelleneinrichtung?

Zur Baustelleneinrichtung zählt alles, was nicht dauerhaft im Bauwerk verbleibt, aber für die Ausführung gebraucht wird. Welche Elemente nötig sind, hängt von Größe, Lage und Bauverfahren ab. Eine innerstädtische Baulücke braucht andere Lösungen als ein Wohnquartier auf der grünen Wiese.

Bestandteile der Baustelleneinrichtung
BereichBeispiele
Sicherung und VerkehrBauzaun, Tore, Beschilderung, Zufahrten, Verkehrssicherung im öffentlichen Raum
Hebe- und TransportgeräteTurmdrehkran, Mobilkran, Bauaufzug, Stapler
VersorgungBaustromverteiler, Bauwasser, Abwasser, Beleuchtung, gegebenenfalls Internet
Unterkünfte und SanitärAufenthalts- und Umkleidecontainer, Toiletten, Waschgelegenheit, Erste-Hilfe-Einrichtung
BüroBauleitungscontainer, Besprechungsraum, Planablage
Lager und FlächenMateriallager, Fertigteillager, Biegeplatz, Containerstellplätze für Abfall
Gerüste und SchutzFassadengerüst, Schutzgerüste, Absturzsicherungen

Für Unterkünfte, Sanitärräume und Erste Hilfe gelten die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung und der zugehörigen Technischen Regeln. Für die Abstimmung des Arbeitsschutzes zwischen mehreren Firmen ist bei größeren Baustellen der SiGe-Plan maßgeblich.

Der Baustelleneinrichtungsplan

Der Baustelleneinrichtungsplan (BE-Plan) ist ein Lageplan, in dem alle Einrichtungen maßstäblich eingetragen sind. Er wird meist von der Bauleitung des Hauptunternehmers erstellt und mit Bauherr, Behörden und Nachbarn abgestimmt. Ein brauchbarer BE-Plan enthält:

  • Grundstücksgrenzen, Baukörper, Baugrube mit Böschungen oder Verbau
  • Kranstandort mit Schwenkbereich und Überschwenkverbot über Nachbargrundstücke oder Straßen
  • Zufahrten, Fahrwege, Wendemöglichkeiten und Anlieferzonen
  • Container, Toiletten, Lagerflächen und Abfallstellplätze
  • Anschlusspunkte für Baustrom und Bauwasser
  • Flucht- und Rettungswege, Feuerlöscher, Sammelplatz
  • Bauphasen, wenn sich die Einrichtung im Lauf der Bauzeit ändert
💡 Genehmigungen früh beantragen
Wer öffentliche Verkehrsflächen nutzt, etwa für Gerüst, Container oder Kran, braucht in der Regel eine Sondernutzungserlaubnis oder verkehrsrechtliche Anordnung der Gemeinde. Die Bearbeitungszeiten sind je nach Stadt sehr unterschiedlich und gehören in den Bauablaufplan.

Was vor Baubeginn bereitstehen und abgestimmt sein muss, fasst die Baustelleneinrichtung Checkliste zum Abhaken zusammen.

Kosten der Baustelleneinrichtung

Eine allgemein gültige Prozentzahl für die Kosten der Baustelleneinrichtung gibt es nicht. Der Anteil an den Baukosten hängt stark von Bauzeit, Kranbedarf, Platzverhältnissen und Vorhaltedauer ab. In der Kostenplanung nach DIN 276 erscheinen die Kosten in der Kostengruppe 391 Baustelleneinrichtung. In der Kalkulation eines Unternehmens werden sie entweder als eigene Positionen im Leistungsverzeichnis ausgewiesen oder als Teil der Baustellengemeinkosten auf die Einheitspreise umgelegt.

Rechenbeispiel (Annahmen, keine Marktpreise)
KostenartAnsatzBetrag
Einmalige KostenAuf- und Abbau Kran, Zaun, Container, Anschlüsse18.000 €
Zeitabhängige Kosten12 Monate × 4.500 € Vorhaltung und Miete54.000 €
BetriebskostenStrom, Wasser, Reinigung, 12 Monate × 800 €9.600 €
Summebei angenommenen Baukosten von 2.000.000 € netto81.600 € (rund 4 %)

Das Beispiel zeigt die Logik: Der größte Block sind meist die zeitabhängigen Kosten. Verlängert sich die Bauzeit, steigen sie mit. Deshalb ist eine dokumentierte Behinderungsanzeige wichtig, wenn Verzögerungen aus dem Bereich des Auftraggebers kommen.

Baustelleneinrichtung in der VOB/C

Nach der ATV DIN 18299 (VOB/C), Abschnitt 4.1, gehört das Einrichten und Räumen der Baustelle grundsätzlich zu den Nebenleistungen, die ohne eigene Position mit den Einheitspreisen vergütet sind. Haben diese Kosten erhebliches Gewicht, sollen sie nach Abschnitt 0.4.1 als eigene Position ausgeschrieben werden. Prüfen Sie daher im Leistungsverzeichnis, ob es Positionen für Einrichten, Vorhalten und Räumen gibt.

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Verwandte Begriffe
Kostengruppen DIN 276SiGe-Plan (Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan)Vorankündigung (Baustellenverordnung)BauablaufplanBehinderungsanzeige (§ 6 VOB/B)Polier🦺 Software für Bauleiter →🔨 Software für Handwerker →🏢 Software für Bauträger →
Quellen
Fragen & Antworten

Fragen zu Baustelleneinrichtung

Was gehört alles zur Baustelleneinrichtung?

Zur Baustelleneinrichtung gehören Sicherung (Bauzaun, Beschilderung), Hebegeräte wie Kran, Versorgung mit Baustrom und Bauwasser, Unterkünfte und Toiletten, Bauleitungsbüro, Lagerflächen sowie Gerüste und Schutzeinrichtungen.

Wie viel Prozent der Baukosten macht die Baustelleneinrichtung aus?

Eine feste Prozentzahl gibt es nicht. Der Anteil hängt von Bauzeit, Kranbedarf und Platzverhältnissen ab. Kalkulieren Sie einmalige, zeitabhängige und Betriebskosten getrennt, statt pauschal mit einem Prozentsatz zu rechnen.

Wer erstellt den Baustelleneinrichtungsplan?

In der Regel die Bauleitung des ausführenden Hauptunternehmers. Bei Vergaben in Einzelgewerken legt oft der Bauherr bzw. seine Objektüberwachung die Grundzüge fest, damit alle Firmen dieselbe Infrastruktur nutzen.

Ist die Baustelleneinrichtung eine Nebenleistung?

Nach ATV DIN 18299 Abschnitt 4.1 ist das Einrichten und Räumen der Baustelle grundsätzlich Nebenleistung. Bei erheblichen Kosten soll sie aber als eigene Position ausgeschrieben werden.

In welcher Kostengruppe steht die Baustelleneinrichtung?

In der DIN 276 ist die Baustelleneinrichtung der Kostengruppe 391 zugeordnet, innerhalb der KG 390 Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen.