Baustelleneinrichtung: Checkliste für den Start
Die Baustelleneinrichtung umfasst alle Anlagen, die für die Bauausführung nötig sind, aber nicht Teil des Bauwerks werden: Bauzaun, Kran, Lagerflächen, Container, Baustrom, Bauwasser, Sozialräume und Verkehrswege. Eine durchdachte Einrichtung entscheidet darüber, ob Lieferungen reibungslos ankommen, ob der Kran alle Lagerflächen erreicht und ob Rettungswege frei bleiben. Fehler fallen meist erst auf, wenn die Betonpumpe nicht aufstellen kann oder der Bauzaun versetzt werden muss. Die Checkliste hilft, alle Punkte vor Baubeginn zu klären.
Rechtliche Vorgaben zur Baustelleneinrichtung
| Vorschrift | Inhalt | Prüfpunkt |
|---|---|---|
| § 2 BaustellV | Vorankündigung bei mehr als 30 Arbeitstagen und mehr als 20 gleichzeitig Beschäftigten oder mehr als 500 Personentagen | Genehmigungen |
| § 3 BaustellV | Koordinator und SiGe-Plan, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden | Genehmigungen |
| § 45 StVO, Straßenrecht | Verkehrsrechtliche Anordnung und Sondernutzung für Gehweg und Straße | Genehmigungen |
| Landesbauordnung | Bauschild mit Bauherr, Entwurfsverfasser und Bauleiter | Sicherung |
| ASR A4.1 | Sanitär- und Pausenräume auf Baustellen | Sozialeinrichtungen |
| DGUV Information 203-006 | Baustromverteiler mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung | Versorgung |
| Gewerbeabfallverordnung | Getrennte Sammlung der Bauabfälle | Entsorgung |
Ob eine Vorankündigung nötig ist, prüfen Sie mit der Vorankündigung nach Baustellenverordnung. Den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan erstellen Sie mit der SiGe-Plan Vorlage.
Was gehört in den Baustelleneinrichtungsplan?
Der Baustelleneinrichtungsplan (BE-Plan) ist eine maßstäbliche Zeichnung auf Grundlage des Lageplans. Er zeigt mindestens:
- Grundstücksgrenzen, Gebäude, Nachbarbebauung und Bäume
- Bauzaun, Tore, Zufahrten und Feuerwehrzufahrt
- Kranstandort mit Schwenkbereich und Aufstellfläche der Betonpumpe
- Lager- und Arbeitsflächen für Material, Schalung und Bewehrung
- Container für Bauleitung, Sozialräume und Abfall
- Baustrom- und Bauwasseranschluss mit Verteilern
- Erste Hilfe, Feuerlöscher und Sammelplatz
Schreiben Sie den Plan fort, wenn sich der Bauablauf ändert, etwa wenn der Kran abgebaut wird oder Lagerflächen für die Außenanlagen weichen müssen.
Baustelleneinrichtung im Winter
Wer über den Winter baut, plant zusätzlich frostsichere Bauwasserleitungen, beheizte Sozialräume, ausreichende Beleuchtung für die kurzen Tage und Flächen für Abdeckmaterial und Heizgeräte. Wege und Zufahrten müssen geräumt und gestreut werden; legen Sie in der Baustellenordnung fest, wer dafür zuständig ist. Planen Sie außerdem Witterungsschutz für Beton- und Estricharbeiten ein, damit der Bauablauf nicht bei der ersten Frostnacht stillsteht. Mehr dazu im Ratgeber Bauen im Winter.
Typische Fehler bei der Baustelleneinrichtung
- Sondernutzung für Gehweg oder Straße zu spät beantragt: Die Bearbeitung dauert in vielen Städten mehrere Wochen.
- Kranschwenkbereich über Nachbargrundstücke nicht mit den Eigentümern geklärt.
- Zufahrt nicht auf Tragfähigkeit geprüft, sodass Fahrmischer und Pumpe einsinken.
- Lagerflächen außerhalb der Kranreichweite oder auf späteren Arbeitsbereichen.
- Keine Beweissicherung an Nachbargebäuden und Straße vor Baubeginn.
- Sozialräume und Toiletten zu knapp bemessen, wenn im Ausbau viele Gewerke gleichzeitig arbeiten.
