Was ist ein Bauzeitenplan?
Ein Bauzeitenplan zeigt, welcher Vorgang auf der Baustelle wann beginnt, wie lange er dauert und wann er fertig sein muss. Üblich ist die Darstellung als Balkenplan (Gantt-Diagramm) nach Kalenderwochen. Im Sprachgebrauch werden Bauzeitenplan, Bauzeitplan, Bauablaufplan und Terminplan oft gleich verwendet. Genauer betrachtet ist der Bauablaufplan die Planung der Reihenfolge und Abhängigkeiten, der Bauzeitenplan die terminliche Darstellung daraus. Mehr dazu im Artikel Bauablaufplan, Bauzeitenplan und Terminplan.
Bauzeitenplan in Excel: wofür die Vorlage geeignet ist
Eine Excel-Vorlage reicht für Einfamilienhäuser, kleinere Mehrfamilienhäuser und Sanierungen mit bis zu etwa 40 Vorgängen. Sie ist schnell angepasst, lässt sich an Firmen verschicken und ausdrucken. Grenzen hat Excel bei echten Abhängigkeiten zwischen Vorgängen (Ende-Anfang-Beziehungen mit Pufferberechnung) und bei vielen Bauabschnitten. Dafür sind Terminplanungsprogramme gebaut.
- Rahmenterminplan: grobe Phasen für Bauherr, Finanzierung und Vertrieb.
- Generalablaufplan: alle Gewerke eines Gebäudes in der richtigen Reihenfolge, die typische Anwendung dieser Vorlage.
- Detailterminplan: einzelne Geschosse oder Wohnungen, zum Beispiel für den Ausbau. Dafür die Vorlage je Bauabschnitt kopieren.
Was in einen Bauzeitenplan gehört
| Angabe | Zweck |
|---|---|
| Vorgang / Gewerk | Was wird gebaut, in sinnvoller Reihenfolge |
| Ausführende Firma | Wer ist verantwortlich, an wen geht der Plan |
| Start und Ende | Vertragstermine, Grundlage für Abrufe und Behinderungen |
| Dauer in Arbeitstagen | Realistische Ansätze ohne Wochenenden und Feiertage |
| Stand / Index, Freigabe | Welche Fassung gilt, wer hat sie freigegeben |
| Meilensteine | Rohbau fertig, dicht, Estrich belegreif, Übergabe |
Typische Dauern im Wohnungsbau
Die vorbelegten Werte der Vorlage beschreiben ein Mehrfamilienhaus mit Keller und sind als Startpunkt gedacht: etwa 20 Arbeitstage für den Rohbau des Kellers, 45 Arbeitstage für den Rohbau der Geschosse und 25 Arbeitstage für den Estrich einschließlich Trocknung. Ihre eigenen Werte hängen von Größe, Bauweise, Kolonnenstärke und Jahreszeit ab. Planen Sie Trocknungszeiten (Estrich, Putz) und Lieferzeiten (Fenster, Aufzug) bewusst ein.
Bauzeitenplan und Bauvertrag: Vertragsfristen nach VOB/B
Rechtlich verbindlich sind nur die Termine, die als Vertragsfristen vereinbart sind. Nach § 5 Abs. 1 VOB/B gelten Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan nur dann als Vertragsfristen, wenn das im Vertrag ausdrücklich so vereinbart ist. Wird ein Termin wegen Umständen aus dem Bereich des Auftraggebers nicht haltbar, muss der Auftragnehmer das nach § 6 Abs. 1 VOB/B schriftlich anzeigen – dafür gibt es das Muster Behinderungsanzeige. Die Fristen verlängern sich dann nach § 6 Abs. 2 und 4 VOB/B.
Typische Fehler beim Terminplan Bau
- Dauern in Kalendertagen statt Arbeitstagen geplant, Feiertage und Betriebsferien vergessen.
- Trocknungszeiten von Estrich und Putz zu knapp, Folgegewerke stehen dann still.
- Vorlaufzeiten für Planung, Bemusterung und Bestellung fehlen im Plan.
- Keine Puffer vor der Übergabe an Käufer oder Mieter.
- Plan nicht fortgeschrieben: Der Plan vom Baubeginn stimmt nach drei Monaten nicht mehr.
Mit den Feiertagen und Arbeitstagen im Plan hilft der Arbeitstage-Rechner, einzelne Dauern schnell zu prüfen. Wie Sie einen Plan Schritt für Schritt aufbauen, erklärt der Artikel Bauzeitenplan erstellen.
