Ein Bauablaufplan legt fest, in welcher Reihenfolge, mit welcher Dauer und in welchen Abhängigkeiten die Arbeiten auf einer Baustelle ausgeführt werden. Er ist das Ergebnis der Bauablaufplanung und Grundlage für Bauzeitenplan, Personaleinsatz und Baustellenlogistik.
Bauablaufplan, Bauzeitenplan, Terminplan: der Unterschied
Die Begriffe werden in der Praxis oft gleich verwendet. Genau genommen beschreibt der Bauablaufplan die Logik der Ausführung: welche Vorgänge es gibt, wie sie aufeinander aufbauen und welche Ressourcen sie brauchen. Der Bauzeitenplan ordnet diesen Vorgängen Kalenderdaten zu. Terminplan ist der Oberbegriff für alle Pläne mit Terminen, vom Rahmenterminplan der Projektentwicklung bis zum Detailplan eines Gewerks. Eine ausführliche Abgrenzung finden Sie im Artikel Bauablaufplan, Bauzeitenplan, Terminplan.
Was gehört in einen Bauablaufplan?
- Vorgänge je Gewerk und Bauabschnitt, z. B. „Rohbau 2. OG“, „Estrich Haus B“.
- Dauern, abgeleitet aus Mengen, Leistungswerten und Kolonnenstärke.
- Abhängigkeiten: Ende-Anfang, Anfang-Anfang, mit Puffern oder Wartezeiten (z. B. Estrichtrocknung).
- Meilensteine wie Baubeginn, Rohbau fertig, Gebäude dicht, Abnahme.
- Ressourcen: Personal, Kran, Gerüst, Lagerflächen.
- Kritischer Weg: die Kette von Vorgängen ohne Puffer, deren Verzögerung das Bauende verschiebt.
Darstellungsformen der Bauablaufplanung
| Form | Geeignet für | Grenzen |
|---|---|---|
| Balkenplan (Gantt) | Hochbau, Abstimmung mit Firmen, Übersicht | Abhängigkeiten nur eingeschränkt sichtbar |
| Netzplan | Komplexe Projekte, Ermittlung des kritischen Wegs | Für Baustellenbesprechungen schwer lesbar |
| Weg-Zeit-Diagramm (Liniendiagramm) | Linienbaustellen wie Straßen, Leitungen, Tunnel | Für Hochbau mit vielen Gewerken wenig anschaulich |
| Taktplan | Wiederkehrende Einheiten, z. B. Geschosse oder Wohnungen | Erfordert gleichartige Abschnitte und stabile Kolonnen |
Stufen der Bauablaufplanung
Die Planung wird mit dem Projektfortschritt genauer. Üblich ist eine Staffelung von Rahmenterminplan (Projektentwicklung, wenige Meilensteine) über Grob- und Generalablaufplan (Planung, Gewerke als Blöcke) bis zum Ausführungs- oder Detailterminplan (Bauausführung, Vorgänge je Abschnitt und Woche). Die HOAI sieht bei der Objektplanung von Gebäuden in Leistungsphase 8 das Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen eines Terminplans als Balkendiagramm vor, siehe Bauüberwachung.
Bauablaufplan erstellen: Vorgehen
- Leistungen aus Leistungsverzeichnis oder Baubeschreibung in Vorgänge gliedern.
- Mengen mit Aufwandswerten in Dauern umrechnen.
- Technologische Abhängigkeiten festlegen (Trocknungszeiten, Prüfungen, Abnahmen).
- Kritischen Weg bestimmen und Puffer bewusst einplanen.
- Plan mit den ausführenden Firmen abstimmen und Vertragsfristen festlegen.
- Während der Ausführung wöchentlich Soll und Ist vergleichen und fortschreiben.
Eine Tabelle zum Ausfüllen bietet die Bauzeitenplan Vorlage; wie aus dem Ablauf ein Plan mit Kalenderdaten wird, zeigt Bauzeitenplan erstellen. Dauern in Arbeitstagen ohne Feiertage zählen Sie mit dem Rechner Arbeitstage berechnen.
Typische Fehler
- Keine Trocknungs- und Wartezeiten für Estrich, Putz oder Beton eingeplant.
- Plan nur einmal erstellt und nie fortgeschrieben; Behinderungen sind dann kaum nachweisbar.
- Lieferzeiten vergessen, etwa für Fenster, Aufzüge oder Haustechnik.
- Puffer im kritischen Weg aufgebraucht, ohne es zu bemerken.