Baulexikon

Bauablaufplan – einfach erklärt

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · Redaktion BauDock
Definition

Ein Bauablaufplan legt fest, in welcher Reihenfolge, mit welcher Dauer und in welchen Abhängigkeiten die Arbeiten auf einer Baustelle ausgeführt werden. Er ist das Ergebnis der Bauablaufplanung und Grundlage für Bauzeitenplan, Personaleinsatz und Baustellenlogistik.

Bauablaufplan, Bauzeitenplan, Terminplan: der Unterschied

Die Begriffe werden in der Praxis oft gleich verwendet. Genau genommen beschreibt der Bauablaufplan die Logik der Ausführung: welche Vorgänge es gibt, wie sie aufeinander aufbauen und welche Ressourcen sie brauchen. Der Bauzeitenplan ordnet diesen Vorgängen Kalenderdaten zu. Terminplan ist der Oberbegriff für alle Pläne mit Terminen, vom Rahmenterminplan der Projektentwicklung bis zum Detailplan eines Gewerks. Eine ausführliche Abgrenzung finden Sie im Artikel Bauablaufplan, Bauzeitenplan, Terminplan.

Was gehört in einen Bauablaufplan?

  • Vorgänge je Gewerk und Bauabschnitt, z. B. „Rohbau 2. OG“, „Estrich Haus B“.
  • Dauern, abgeleitet aus Mengen, Leistungswerten und Kolonnenstärke.
  • Abhängigkeiten: Ende-Anfang, Anfang-Anfang, mit Puffern oder Wartezeiten (z. B. Estrichtrocknung).
  • Meilensteine wie Baubeginn, Rohbau fertig, Gebäude dicht, Abnahme.
  • Ressourcen: Personal, Kran, Gerüst, Lagerflächen.
  • Kritischer Weg: die Kette von Vorgängen ohne Puffer, deren Verzögerung das Bauende verschiebt.

Darstellungsformen der Bauablaufplanung

FormGeeignet fürGrenzen
Balkenplan (Gantt)Hochbau, Abstimmung mit Firmen, ÜbersichtAbhängigkeiten nur eingeschränkt sichtbar
NetzplanKomplexe Projekte, Ermittlung des kritischen WegsFür Baustellenbesprechungen schwer lesbar
Weg-Zeit-Diagramm (Liniendiagramm)Linienbaustellen wie Straßen, Leitungen, TunnelFür Hochbau mit vielen Gewerken wenig anschaulich
TaktplanWiederkehrende Einheiten, z. B. Geschosse oder WohnungenErfordert gleichartige Abschnitte und stabile Kolonnen

Stufen der Bauablaufplanung

Die Planung wird mit dem Projektfortschritt genauer. Üblich ist eine Staffelung von Rahmenterminplan (Projektentwicklung, wenige Meilensteine) über Grob- und Generalablaufplan (Planung, Gewerke als Blöcke) bis zum Ausführungs- oder Detailterminplan (Bauausführung, Vorgänge je Abschnitt und Woche). Die HOAI sieht bei der Objektplanung von Gebäuden in Leistungsphase 8 das Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen eines Terminplans als Balkendiagramm vor, siehe Bauüberwachung.

Bauablaufplan erstellen: Vorgehen

  1. Leistungen aus Leistungsverzeichnis oder Baubeschreibung in Vorgänge gliedern.
  2. Mengen mit Aufwandswerten in Dauern umrechnen.
  3. Technologische Abhängigkeiten festlegen (Trocknungszeiten, Prüfungen, Abnahmen).
  4. Kritischen Weg bestimmen und Puffer bewusst einplanen.
  5. Plan mit den ausführenden Firmen abstimmen und Vertragsfristen festlegen.
  6. Während der Ausführung wöchentlich Soll und Ist vergleichen und fortschreiben.

Eine Tabelle zum Ausfüllen bietet die Bauzeitenplan Vorlage; wie aus dem Ablauf ein Plan mit Kalenderdaten wird, zeigt Bauzeitenplan erstellen. Dauern in Arbeitstagen ohne Feiertage zählen Sie mit dem Rechner Arbeitstage berechnen.

⚠️ Einzelfristen sind nicht automatisch Vertragsfristen
Nach § 5 Abs. 1 VOB/B gelten Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan nur dann als Vertragsfristen, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist. Wer Zwischentermine durchsetzen will, muss sie im Vertrag benennen.

Typische Fehler

  • Keine Trocknungs- und Wartezeiten für Estrich, Putz oder Beton eingeplant.
  • Plan nur einmal erstellt und nie fortgeschrieben; Behinderungen sind dann kaum nachweisbar.
  • Lieferzeiten vergessen, etwa für Fenster, Aufzüge oder Haustechnik.
  • Puffer im kritischen Weg aufgebraucht, ohne es zu bemerken.
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So hilft BauDock
Im Bauzeitenplan von BauDock legen Sie Vorgänge mit Abhängigkeiten an oder importieren einen bestehenden Plan aus MS Project (.mpp oder XML).
Verwandte Begriffe
BauphasenBehinderungsanzeige (§ 6 VOB/B)BauüberwachungLean ConstructionBaustelleneinrichtungProjektsteuerer (Projektsteuerung)🦺 Software für Bauleiter →🏢 Software für Bauträger →📐 Software für Architekten →🔨 Software für Handwerker →
Quellen
Fragen & Antworten

Fragen zu Bauablaufplan

Was ist ein Bauablaufplan?

Ein Plan, der Reihenfolge, Dauer und Abhängigkeiten aller Arbeiten auf der Baustelle festlegt. Er bildet die Grundlage für Termine, Personal und Logistik.

Was ist der Unterschied zwischen Bauablaufplan und Bauzeitenplan?

Der Bauablaufplan beschreibt die Logik der Ausführung, der Bauzeitenplan setzt sie in Kalendertermine um. Im Alltag werden beide Begriffe oft synonym verwendet.

Wer erstellt den Bauablaufplan?

Je nach Projekt der Architekt in der Objektüberwachung, die Projektsteuerung, die Bauleitung des Bauträgers oder des Generalunternehmers. Ausführende Firmen planen ihren eigenen Ablauf im Detail.

Welche Software eignet sich für die Bauablaufplanung?

Für einfache Projekte reicht ein Balkenplan in einer Bausoftware oder Tabelle. Für komplexe Abläufe mit Netzplantechnik werden Programme wie MS Project eingesetzt.

Was ist der kritische Weg?

Die Folge von Vorgängen ohne Zeitpuffer. Verzögert sich einer davon, verschiebt sich der Fertigstellungstermin.