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Bauzeitenplan erstellen: Schritt für Schritt mit Beispiel + Excel-Vorlage zum Download

Aktualisiert am 19. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit · Redaktion BauDock
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Bauzeitenplan Vorlage – kostenlos als Excel herunterladen

Um einen Bauzeitenplan zu erstellen, zerlegen Sie das Bauvorhaben in Vorgänge je Gewerk, schätzen deren Dauer in Arbeitstagen, verknüpfen sie über Abhängigkeiten und legen Meilensteine fest. Daraus ergeben sich der kritische Weg und die Puffer. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe, zeigt eine typische Gewerkereihenfolge im Wohnungsbau als Beispiel und ordnet ein, wann Termine nach VOB/B verbindlich sind.

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Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Bauzeitenplan (Terminplan Bau) zeigt Vorgänge, Dauern, Abhängigkeiten und Meilensteine – meist als Balkenplan (Gantt).
  • Der kritische Weg ist die Kette von Vorgängen ohne Puffer: Jede Verzögerung dort verschiebt den Fertigstellungstermin.
  • Rechnen Sie in Arbeitstagen und berücksichtigen Sie Feiertage, Schlechtwetter und Trocknungszeiten, etwa beim Estrich.
  • Nach § 5 Abs. 1 VOB/B gelten Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan nur dann als Vertragsfristen, wenn das im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist.
  • Ein Bauzeitenplan ist nie fertig: Er wird fortgeschrieben, mit dem Ist-Stand verglichen, und Behinderungen werden dokumentiert.

Bauzeitenplan erstellen in sechs Schritten

  1. Eckdaten sammeln: Baubeginn, Fertigstellungstermin, Vertragsfristen und Meilensteine aus Bauvertrag und Nachunternehmerverträgen zusammentragen.
  2. Projekt gliedern: Bauabschnitte, Geschosse und Gewerke festlegen – diese Struktur trägt später den gesamten Terminplan.
  3. Vorgänge und Dauern festlegen: je Gewerk und Abschnitt einen Vorgang anlegen und die Dauer in Arbeitstagen mit den ausführenden Firmen abstimmen.
  4. Abhängigkeiten verknüpfen: Reihenfolge über Anordnungsbeziehungen und Zeitabstände (Trocknung, Überlappung) abbilden.
  5. Kritischen Weg und Puffer prüfen: Engpässe erkennen, Lieferzeiten und Winterreserve einplanen, Puffer bewusst setzen.
  6. Basisplan festschreiben und fortschreiben: den abgestimmten Stand an alle Firmen geben und regelmäßig mit dem Ist-Stand vergleichen.

Die einzelnen Schritte erläutern die folgenden Abschnitte. Wie sich Bauablaufplan, Bauzeitenplan und Terminplan voneinander abgrenzen, beschreibt der Artikel Bauablaufplan, Bauzeitenplan und Terminplan.

Begriffe: Vom Rahmenterminplan bis zum kritischen Weg

Wer einen Bauzeitenplan erstellt, arbeitet in mehreren Detailstufen. Die folgenden Begriffe begegnen Ihnen in Verträgen, Besprechungen und Planungsprogrammen:

BegriffBedeutung
RahmenterminplanGrobe Übersicht über das gesamte Projekt: Planung, Genehmigung, Bau, Übergabe. Wenige Eckdaten, meist auf Monatsebene.
GrobterminplanBauphasen und Hauptgewerke mit Dauern in Wochen, z. B. Rohbau, Ausbau, Außenanlagen.
DetailterminplanEinzelne Vorgänge je Gewerk, Geschoss oder Bauabschnitt mit Dauern in Arbeitstagen; Grundlage für die Steuerung der Firmen.
Balkenplan (Gantt-Diagramm)Vorgänge als Balken auf einer Zeitachse. Anschaulich und auf Baustellen am weitesten verbreitet.
NetzplanDarstellung der Vorgänge mit ihren logischen Abhängigkeiten; dient zur Berechnung von frühesten/spätesten Terminen und Puffern.
Kritischer WegFolge von Vorgängen ohne Puffer. Verzögert sich ein Vorgang darauf, verschiebt sich das Projektende.
PufferZeit, um die ein Vorgang verschoben werden kann, ohne den Nachfolger (freier Puffer) oder das Projektende (Gesamtpuffer) zu gefährden.
MeilensteinEreignis ohne Dauer, z. B. „Rohbau fertig“, „Gebäude dicht“, „Übergabe“. Oft mit Zahlungen oder Vertragsfristen verbunden.

Auch die HOAI kennt den Terminplan: In der Leistungsphase 8 der Objektplanung Gebäude gehört das „Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen eines Terminplans (Balkendiagramm)“ zu den Grundleistungen; in der Leistungsphase 5 wird der Terminplan fortgeschrieben.

Abhängigkeiten richtig setzen

Erst die Verknüpfung der Vorgänge macht aus einer Liste einen belastbaren Plan. Verschiebt sich ein Vorgang, rücken die abhängigen Vorgänge automatisch mit. Es gibt vier Anordnungsbeziehungen:

BeziehungBedeutungBeispiel
Ende-Anfang (EA)Nachfolger beginnt, wenn der Vorgänger endet. Der Normalfall.Estrich verlegen → nach Trocknung Fliesen
Anfang-Anfang (AA)Nachfolger beginnt mit oder nach dem Start des Vorgängers.Elektro-Rohinstallation startet 2 Tage nach Beginn der Sanitär-Rohinstallation
Ende-Ende (EE)Nachfolger endet mit oder nach dem Ende des Vorgängers.Gerüstabbau endet nach Abschluss der Fassadenarbeiten
Anfang-Ende (AE)Nachfolger endet, wenn der Vorgänger beginnt. In der Praxis selten.Provisorische Baustromversorgung bis Beginn des Hausanschlusses

Mit Zeitabständen (positiv als Wartezeit, negativ als Überlappung) bilden Sie Trocknungszeiten oder geschossweises Nachrücken ab. Bei mehrgeschossigen Gebäuden lohnt es sich, Ausbaugewerke je Geschoss oder Bauabschnitt zu takten, statt das ganze Haus als einen Vorgang zu planen.

Bauzeitenplan Beispiel: Gewerkereihenfolge im Wohnungsbau

Die folgende Tabelle zeigt eine typische Abfolge für ein Mehrfamilienhaus in Massivbauweise. Die Dauern sind Beispielwerte zur Orientierung – tatsächliche Dauern hängen von Größe, Bauweise, Personaleinsatz und Jahreszeit ab und müssen mit den ausführenden Firmen abgestimmt werden.

Beispiel: Gewerkefolge Mehrfamilienhaus (Richtwerte, nicht verbindlich)
Nr.VorgangVorgängerBeispieldauer
1Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten–2–3 Wochen
2Rohbau (Gründung, Wände, Decken, Treppen)13–5 Monate
3Dachstuhl und Dacheindeckung/Abdichtung23–5 Wochen
4Fenster und Außentüren (Meilenstein: Gebäude dicht)32–3 Wochen
5Rohinstallation Heizung, Lüftung, Sanitär (HLS)43–5 Wochen
6Rohinstallation Elektro4 (AA mit 5)3–4 Wochen
7Innenputz5, 63–4 Wochen
8Estrich einbringen71–2 Wochen
9Estrich-Trocknung bis Belegreife8mehrere Wochen, Messung erforderlich
10Trockenbau und Fliesen94–6 Wochen
11Feininstallation HLS und Elektro102–3 Wochen
12Malerarbeiten102–4 Wochen
13Bodenbeläge, Innentüren122–3 Wochen
14Fassade (parallel zum Ausbau)46–10 Wochen
15Außenanlagen143–6 Wochen
16Endreinigung, Abnahme, Übergabe (Meilenstein)11, 13, 151–2 Wochen
⚠️ Estrich ist oft der Engpass
Die Trocknungszeit des Estrichs wird häufig unterschätzt. Sie hängt von Estrichart, Dicke, Raumklima und Jahreszeit ab. Planen Sie die Belegreife nicht nur nach Kalender, sondern sehen Sie eine Feuchtemessung vor, bevor Fliesen oder Bodenbeläge verlegt werden.

Arbeitstage, Feiertage und Schlechtwetter

Bauzeitenpläne werden üblicherweise in Arbeitstagen geplant (meist Montag bis Freitag). Verträge und die VOB/B rechnen dagegen teils in Werktagen (Montag bis Samstag) oder in Kalendertagen. So muss der Auftragnehmer nach § 5 Abs. 2 VOB/B innerhalb von 12 Werktagen nach Aufforderung beginnen, wenn kein Beginn vereinbart ist; bei einer nach Tagen bemessenen Vertragsstrafe zählen nach § 11 Abs. 3 VOB/B nur Werktage. Prüfen Sie deshalb, in welcher Einheit Ihre Vertragsfristen stehen, und rechnen Sie sauber um. Beim Umrechnen hilft der Arbeitstage-Rechner, der die Feiertage je Bundesland berücksichtigt.

  • Feiertage des jeweiligen Bundeslandes im Kalender des Plans hinterlegen.
  • Betriebsferien (z. B. Weihnachten bis Neujahr) und Brückentage berücksichtigen.
  • Schlechtwetter einplanen: Witterungseinflüsse, mit denen bei Angebotsabgabe normalerweise gerechnet werden musste, gelten nach § 6 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B nicht als Behinderung. Witterungsabhängige Arbeiten im Winter brauchen daher realistische Dauern oder Reserven.
  • Trocknungs- und Wartezeiten (Putz, Estrich, Beton) als eigene Vorgänge oder Zeitabstände abbilden.

Vertragsfristen nach VOB/B § 5: Was ist verbindlich?

Nach § 5 Abs. 1 VOB/B ist die Ausführung nach den verbindlichen Fristen (Vertragsfristen) zu beginnen, angemessen zu fördern und zu vollenden. Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan gelten nur dann als Vertragsfristen, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist. Ein beigefügter Bauzeitenplan allein macht Zwischentermine also nicht automatisch verbindlich.

  • Beginn anzeigen: Der Beginn der Ausführung ist dem Auftraggeber anzuzeigen (§ 5 Abs. 2 VOB/B).
  • Ausreichende Ressourcen: Reichen Arbeitskräfte, Geräte, Gerüste, Stoffe oder Bauteile offenbar nicht aus, um die Fristen einzuhalten, muss der Auftragnehmer auf Verlangen unverzüglich Abhilfe schaffen (§ 5 Abs. 3 VOB/B).
  • Verzug: Bei Verzögerung des Beginns oder Verzug mit der Vollendung kann der Auftraggeber nach § 5 Abs. 4 VOB/B Schadensersatz verlangen oder eine angemessene Frist mit Kündigungsandrohung setzen.
💡 Vertragsfristen im Plan kennzeichnen
Markieren Sie im Bauzeitenplan, welche Termine Vertragsfristen sind und welche nur der Koordination dienen. Das vermeidet Missverständnisse mit den Firmen und erleichtert später die Bewertung von Verzögerungen.

Fortschreibung, Soll-Ist-Vergleich und Behinderungen

Ein Terminplan Bau ist ein Steuerungsinstrument. Legen Sie den vereinbarten Stand als Basisplan (Soll) fest und tragen Sie regelmäßig – etwa wöchentlich nach der Baubesprechung – den tatsächlichen Fortschritt ein. Der Vergleich zeigt früh, wo der kritische Weg in Gefahr ist und welche Gegenmaßnahmen nötig sind: mehr Personal, geänderte Reihenfolge, Taktung nach Geschossen.

Verzögerungen müssen nachvollziehbar belegt sein. Das tägliche Bautagebuch hält Ursachen und Folgen fest, die förmliche Anzeige an den Vertragspartner erklärt der Artikel Bedenkenanzeige und Behinderungsanzeige. Nach § 6 Abs. 4 VOB/B bemisst sich eine Fristverlängerung nach der Dauer der Behinderung mit einem Zuschlag für die Wiederaufnahme der Arbeiten und eine etwaige Verschiebung in eine ungünstigere Jahreszeit – ein fortgeschriebener Bauzeitenplan macht diese Auswirkungen sichtbar.

Excel, MS Project oder Bausoftware?

WerkzeugStärkenGrenzen
Excel / TabellenkalkulationÜberall vorhanden, schnell für einfache Balkenpläne und VorlagenKeine echten Abhängigkeiten, Verschiebungen von Hand, schnell unübersichtlich
MS Project und ähnliche PlanungsprogrammeAbhängigkeiten, kritischer Weg, Basisplan, RessourcenLizenzen und Einarbeitung nötig, Firmen auf der Baustelle sehen den Plan meist nur als Ausdruck
Bausoftware mit TerminplanPlan direkt mit Projekt, Firmen, Bautagebuch und Mängeln verbunden; für Beteiligte abrufbarFunktionsumfang je nach Anbieter unterschiedlich; Import bestehender Pläne prüfen
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So hilft BauDock
Der Bauzeitenplan in BauDock gehört zur dritten Zeile der Tabelle: Sie legen je Projekt Vorgänge mit Gewerk, Firma und Dauer in Arbeitstagen an, gliedern nach Bereichen und Bauabschnitten und verknüpfen sie mit Ende-Anfang und den übrigen Anordnungsbeziehungen. Verschiebt sich der Estrich, sehen Sie sofort, welche Ausbaugewerke mitrücken. Wer bereits in MS Project plant, lädt die .mpp- oder .xml-Datei hoch; Vorgänge, Sammelvorgänge, Verknüpfungen und Ressourcen als Firmen werden übernommen. Bautagebuch und Mängel liegen im selben Projekt.

Bauzeitenplan Vorlage: Checkliste zum Erstellen

Eine fertige Bauzeitenplan Vorlage als Excel-Datei mit Gewerkezeilen und Balkenraster steht kostenlos zum Herunterladen bereit. Die folgende Checkliste hilft, beim Ausfüllen nichts zu vergessen:

Muster zum Übernehmen
Checkliste: Bauzeitenplan erstellen
☐ Fertigstellungstermin, Vertragsfristen und Meilensteine aus den Verträgen zusammengetragen
☐ Projekt in Bauabschnitte, Geschosse und Gewerke gegliedert
☐ Vorgänge je Gewerk angelegt, Dauern in Arbeitstagen mit den Firmen abgestimmt
☐ Abhängigkeiten (EA, AA, EE) und Zeitabstände für Trocknung und Überlappung gesetzt
☐ Feiertage des Bundeslandes, Betriebsferien und Winterreserve berücksichtigt
☐ Lieferzeiten für Fenster, Aufzug, Haustechnik und Sonderbauteile eingeplant
☐ Kritischer Weg geprüft, Puffer bewusst gesetzt
☐ Vertragsfristen im Plan gekennzeichnet
☐ Basisplan gespeichert und allen beteiligten Firmen übergeben
☐ Fester Rhythmus für Soll-Ist-Vergleich und Fortschreibung vereinbart
☐ Ablauf für Behinderungen festgelegt: Bautagebuch, Anzeige, Anpassung des Plans
ℹ️ Keine Rechtsberatung
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob und welche Fristen verbindlich sind, richtet sich nach Ihrem Vertrag; bei Streit über Bauzeit und Verzug sollten Sie fachkundigen Rat einholen.
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Quellen
Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bauzeitenplan und Terminplan?

Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe meist gleich verwendet. Der Bauzeitenplan ist der Terminplan für die Bauausführung, oft als Balkenplan mit Gewerken und Firmen.

Sind Termine aus dem Bauzeitenplan verbindlich?

Bei VOB/B-Verträgen gelten Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan nach § 5 Abs. 1 nur dann als Vertragsfristen, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist. Andere Termine dienen der Koordination.

Plant man in Arbeitstagen oder Kalendertagen?

Bauzeitenpläne werden meist in Arbeitstagen erstellt, Verträge nennen Fristen teils in Werktagen oder Kalendertagen. Prüfen Sie die Einheit im Vertrag und rechnen Sie unter Berücksichtigung von Feiertagen um.

Was ist der kritische Weg?

Der kritische Weg ist die Kette von Vorgängen ohne Puffer. Jede Verzögerung auf diesem Weg verschiebt den Fertigstellungstermin, deshalb verdienen diese Vorgänge besondere Aufmerksamkeit.

Wie oft sollte ein Bauzeitenplan aktualisiert werden?

Bewährt hat sich eine Fortschreibung im Rhythmus der Baubesprechungen, meist wöchentlich. Wichtig ist, den ursprünglichen Basisplan zu behalten, um Soll und Ist vergleichen zu können.

Wer erstellt den Bauzeitenplan?

Meist stellt die Bauleitung oder das Architekturbüro des Bauherrn den Bauzeitenplan auf; bei der Objektplanung Gebäude gehört das Aufstellen und Fortschreiben eines Terminplans zu den Grundleistungen der HOAI. Ausführende Firmen und Generalunternehmer erstellen zusätzlich eigene Detailpläne für ihre Leistungen.

Reicht Excel für einen Bauzeitenplan?

Für kleine Vorhaben ja. Sobald viele Gewerke voneinander abhängen und sich Termine verschieben, sind Programme mit echten Abhängigkeiten und kritischem Weg deutlich zuverlässiger.