Baulexikon

Polier – einfach erklärt

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · Redaktion BauDock
Definition

Der Polier ist die Führungskraft der gewerblichen Mitarbeiter auf der Baustelle: Er organisiert die tägliche Ausführung, setzt die Pläne um, führt Kolonnen und Nachunternehmer vor Ort und achtet auf Qualität und Arbeitsschutz. Der anerkannte Fortbildungsabschluss heißt Geprüfter Polier bzw. Geprüfte Polierin.

Aufgaben des Poliers

Der Polier ist das Bindeglied zwischen Bauleitung und Baustelle. Während der Bauleiter Verträge, Kosten und Termine im Blick hat und oft mehrere Baustellen betreut, ist der Polier täglich vor Ort und sorgt dafür, dass gebaut wird, was geplant ist.

  • Arbeitsvorbereitung: Pläne lesen, Arbeitsabläufe und Material- und Geräteeinsatz planen
  • Personalführung: Einteilung der Kolonnen, Anleitung von Facharbeitern, Auszubildenden und Helfern
  • Koordination mit Nachunternehmern und anderen Gewerken vor Ort
  • Qualitätskontrolle: Maße, Einbau, Abdichtung, Bewehrung vor dem Betonieren
  • Arbeitsschutz: Unterweisungen, Gerüste, Absturzsicherungen, Ordnung auf der Baustelle
  • Dokumentation: Bautagesberichte, Stundenzettel, Lieferscheine, Fotos, Behinderungen
  • Aufmaß und Mitwirkung bei der Abrechnung

Polier und Bauleiter: Abgrenzung

MerkmalVorarbeiterPolierBauleiter
FührungsspanneEine KolonneAlle gewerblichen Kräfte einer BaustelleEine oder mehrere Baustellen
SchwerpunktMitarbeit und AnleitungAusführung, Ablauf, Qualität vor OrtVertrag, Kosten, Termine, Abrechnung
PräsenzStändig mitarbeitendStändig vor Ort, überwiegend leitendRegelmäßig vor Ort, viel Büroarbeit
QualifikationFacharbeiter mit ErfahrungWerkpolier oder Geprüfter PolierStudium, Techniker oder Meister

Mehrere Baustellen und Bauleiter führt dann der Oberbauleiter. Die Aufgaben der Bauleitung beschreibt der Artikel Bauleiter-Aufgaben.

Ausbildung: vom Werkpolier zum Geprüften Polier

Polier ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Aufstiegsfortbildung. Die Prüfung zum Geprüften Polier / zur Geprüften Polierin regelt die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV) von 2012. Die Prüfung soll nachweisen, dass man Bauprozesse im Hoch- oder Tiefbau organisieren und überwachen und Fach- und Führungsaufgaben übernehmen kann.

Zulassung zur Prüfung nach § 2 PolierPrV
VorbildungBerufspraxis
Abschluss in einem bauwirtschaftlichen Ausbildungsberufmindestens fünf Jahre einschlägig (Ausbildungszeit wird angerechnet)
Abschluss in einem sonstigen anerkannten Ausbildungsberufmindestens sechs Jahre einschlägig (Ausbildungszeit wird angerechnet)
Ohne Berufsabschlussmindestens sechs Jahre einschlägig

Die Berufspraxis muss wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines Poliers haben und die Qualifikationen eines Werkpoliers umfassen oder gleichwertig sein. Der Werkpolier ist damit die Vorstufe: Er wird in der Regel über Lehrgänge der Bauwirtschaft und Kammern qualifiziert. Die Prüfung zum Geprüften Polier nimmt die zuständige Stelle ab, in der Regel die Industrie- und Handelskammer.

Polier im Tarifvertrag

Im Bauhauptgewerbe sind Poliere in der Regel Angestellte und werden nach dem Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere des Baugewerbes (RTV Angestellte) eingruppiert. Die Gehaltsgruppen und Beträge ergeben sich aus dem jeweils geltenden Gehaltstarifvertrag.

💡 Dokumentation entlastet
Poliere schreiben einen großen Teil der Baustellendokumentation. Je einfacher Tagesberichte, Fotos und Stunden am Handy erfasst werden können, desto vollständiger ist die Dokumentation, die später bei Nachträgen und Behinderungen gebraucht wird.
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So hilft BauDock
Im BauDock-Bautagebuch erfasst der Polier Wetter, Firmen, Personal, Leistungen und Fotos am Handy und legt daraus direkt Mängel oder Aufgaben an.

Für die Baustellenorganisation arbeitet der Polier eng mit der Baustelleneinrichtung und dem SiGe-Plan zusammen; bei Fahrten zu wechselnden Baustellen sind die tariflichen Regeln zum Wegegeld relevant. Seine Tagesberichte sind eine wichtige Grundlage, wenn eine Behinderungsanzeige belegt werden muss.

Verwandte Begriffe
OberbauleiterBauüberwachungSiGe-Plan (Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan)BaustelleneinrichtungWegegeld (Handwerk und Bau)Lean Construction🦺 Software für Bauleiter →🔨 Software für Handwerker →
Quellen
Fragen & Antworten

Fragen zu Polier

Was macht ein Polier auf der Baustelle?

Er führt die gewerblichen Mitarbeiter, organisiert den täglichen Bauablauf, setzt die Pläne um, prüft die Qualität und achtet auf den Arbeitsschutz.

Was ist der Unterschied zwischen Polier und Bauleiter?

Der Polier leitet die Ausführung vor Ort. Der Bauleiter verantwortet Vertrag, Kosten, Termine und Abrechnung, oft für mehrere Baustellen.

Wie wird man Polier?

Über eine Aufstiegsfortbildung: meist zunächst Werkpolier, dann Prüfung zum Geprüften Polier nach der PolierPrV. Voraussetzung sind in der Regel eine Ausbildung am Bau und mehrere Jahre Berufspraxis.

Wie lange muss man arbeiten, bevor man Polier werden kann?

Für die Prüfung zum Geprüften Polier sind nach einer bauwirtschaftlichen Ausbildung mindestens fünf Jahre einschlägige Berufspraxis nötig, die Ausbildungszeit eingerechnet.

Was ist ein Werkpolier?

Ein Werkpolier ist eine Vorstufe zum Geprüften Polier. Er übernimmt bereits Führungsaufgaben auf der Baustelle; die Qualifikationen des Werkpoliers sind Teil der Zulassungsvoraussetzungen zur Polierprüfung.