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Kostengruppen DIN 276: vollständige Liste der 1. und 2. Ebene – mit Excel-Vorlage zum Download

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit · Redaktion BauDock
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Kostenberechnung nach DIN 276 Vorlage – kostenlos als Excel herunterladen

Die Kostengruppen der DIN 276 gliedern alle Kosten eines Bauprojekts in acht Hauptgruppen von 100 (Grundstück) bis 800 (Finanzierung), die in einer zweiten und dritten Ebene weiter unterteilt sind. Die größten Posten sind meist die Kostengruppe 300 (Bauwerk – Baukonstruktionen) und die Kostengruppe 400 (Bauwerk – Technische Anlagen). Dieser Artikel enthält die vollständige Liste der Kostengruppen nach DIN 276:2018-12 in der ersten und zweiten Ebene, zeigt Beispiele der dritten Ebene für die Kostengruppen 300 und 400, erklärt die Änderungen gegenüber 2008 und hilft bei der Zuordnung typischer Kosten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die DIN 276 hat acht Kostengruppen der 1. Ebene: 100 Grundstück, 200 Vorbereitende Maßnahmen, 300 Baukonstruktionen, 400 Technische Anlagen, 500 Außenanlagen und Freiflächen, 600 Ausstattung und Kunstwerke, 700 Baunebenkosten, 800 Finanzierung.
  • Die Bauwerkskosten sind die Summe der Kostengruppen 300 und 400.
  • Die geltende Ausgabe ist DIN 276:2018-12; sie hat unter anderem die Kostengruppe 800 Finanzierung eingeführt und die Kostengruppe 200 umbenannt.
  • Die HOAI verweist für die anrechenbaren Kosten weiterhin auf die DIN 276-1:2008-12; im Honorarzusammenhang ist das zu beachten.
  • Je weiter die Planung fortschreitet, desto tiefer wird gegliedert: Kostenschätzung, Kostenberechnung und Kostenvoranschlag nutzen zunehmend die 2. und 3. Ebene.

Kostengruppen DIN 276: Aufbau der Gliederung

Die DIN 276 „Kosten im Bauwesen“ legt Begriffe, Grundsätze und eine einheitliche Kostengliederung fest. Jede Kostengruppe hat eine dreistellige Nummer. Die erste Ziffer steht für die Hauptgruppe (1. Ebene), die zweite für die Untergruppe (2. Ebene), die dritte für die Feingliederung (3. Ebene). Die Endziffer 9 steht jeweils für Sonstiges. So bedeutet 334 „Außenwandöffnungen“ innerhalb von 330 „Außenwände“ innerhalb von 300 „Bauwerk – Baukonstruktionen“.

Die einheitliche Gliederung macht Kostenermittlungen verschiedener Projekte vergleichbar. Sie ist Grundlage für Kostenkennwerte, wie sie zum Beispiel das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) veröffentlicht, und für die Kostenkontrolle während des Projekts. Eine kurze Erklärung finden Sie im Lexikon unter Kostengruppen DIN 276.

Liste der Kostengruppen: 1. Ebene

Kostengruppen der 1. Ebene (DIN 276:2018-12)
KGBezeichnungTypische Inhalte
100GrundstückKaufpreis, Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Vermessung, Ablösen von Rechten
200Vorbereitende MaßnahmenAbbruch, Altlasten, Kampfmittelräumung, Erschließung, Ausgleichsabgaben, Übergangsmaßnahmen
300Bauwerk – BaukonstruktionenBaugrube, Gründung, Wände, Decken, Dächer, Einbauten, Gerüste, Baustelleneinrichtung
400Bauwerk – Technische AnlagenSanitär, Heizung, Lüftung, Elektro, Kommunikation, Aufzüge, Gebäudeautomation
500Außenanlagen und FreiflächenWege, Stellplätze, Mauern, Leitungen im Außenbereich, Grünflächen
600Ausstattung und KunstwerkeMöbel, besondere Ausstattung, Kunst am Bau
700BaunebenkostenPlaner- und Gutachterhonorare, Projektsteuerung, Gebühren, Versicherungen
800FinanzierungBereitstellungszinsen, Bauzeitzinsen, Bürgschaften

Kostengruppen DIN 276 detailliert: 2. Ebene

Die folgende Tabelle enthält alle Kostengruppen der zweiten Ebene nach DIN 276:2018-12. Für die Kostenschätzung genügt in vielen Fällen diese Tiefe.

KG 100 und 200
KGBezeichnung
110Grundstückswert
120Grundstücksnebenkosten
130Rechte Dritter
190Sonstiges zur KG 100
210Herrichten
220Öffentliche Erschließung
230Nichtöffentliche Erschließung
240Ausgleichsmaßnahmen und -abgaben
250Übergangsmaßnahmen
290Sonstiges zur KG 200

Kostengruppe 300: Bauwerk – Baukonstruktionen

KG 300 in der 2. Ebene
KGBezeichnungBeispiele
310Baugrube / ErdbauAushub, Verbau, Wasserhaltung
320Gründung, UnterbauFundamente, Bodenplatte, Abdichtung, Dränage
330Außenwände / Vertikale Baukonstruktionen, außenTragende Außenwände, Fenster, Außentüren, Fassade, Putz
340Innenwände / Vertikale Baukonstruktionen, innenTragende und nichttragende Innenwände, Innentüren, Wandfliesen
350Decken / Horizontale BaukonstruktionenDecken, Treppen, Estrich, Bodenbeläge, Deckenbekleidungen
360DächerDachkonstruktion, Dachfenster, Dachdeckung, Dachentwässerung am Dach
370InfrastrukturanlagenBauwerke der Infrastruktur, zum Beispiel für Verkehr oder Ver- und Entsorgung
380Baukonstruktive EinbautenFest eingebaute Schränke, Theken, Orientierungssysteme
390Sonstige Maßnahmen für BaukonstruktionenBaustelleneinrichtung, Gerüste, Sicherungs- und Abbruchmaßnahmen

Beispiel der dritten Ebene für KG 330 Außenwände: 331 Tragende Außenwände, 332 Nichttragende Außenwände, 333 Außenstützen, 334 Außenwandöffnungen, 335 Außenwandbekleidungen, außen, 336 Außenwandbekleidungen, innen, 337 Elementierte Außenwandkonstruktionen, 338 Lichtschutz zur KG 330, 339 Sonstiges zur KG 330.

Kostengruppe 400: Bauwerk – Technische Anlagen

KG 400 in der 2. Ebene
KGBezeichnungBeispiele
410Abwasser-, Wasser-, GasanlagenAbwasserleitungen, Trinkwasser, Sanitärobjekte, Gasleitungen
420WärmeversorgungsanlagenWärmeerzeuger, Wärmepumpe, Verteilung, Heizkörper, Fußbodenheizung
430Raumlufttechnische AnlagenLüftungsanlagen, Wohnraumlüftung, Klimaanlagen
440Elektrische AnlagenHausanschluss, Verteiler, Installation, Beleuchtung, Blitzschutz, Photovoltaik
450Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnische AnlagenTelefon, Netzwerk, Klingel- und Sprechanlage, Brandmeldeanlage
460FörderanlagenAufzüge, Fahrtreppen
470Nutzungsspezifische und verfahrenstechnische AnlagenKüchentechnik, Labor-, Medizin- oder Produktionstechnik
480Gebäude- und AnlagenautomationMess-, Steuer- und Regeltechnik, Gebäudeleittechnik
490Sonstige Maßnahmen für technische AnlagenBaustelleneinrichtung und Gerüste für die Technik, Provisorien

Beispiele der dritten Ebene: 410 gliedert sich unter anderem in 411 Abwasseranlagen, 412 Wasseranlagen und 413 Gasanlagen; 420 in 421 Wärmeerzeugungsanlagen, 422 Wärmeverteilnetze und 423 Raumheizflächen; 440 unter anderem in 443 Niederspannungsschaltanlagen, 444 Niederspannungsinstallationsanlagen, 445 Beleuchtungsanlagen und 446 Blitzschutz- und Erdungsanlagen.

Kostengruppen 500 bis 800

KG 500 bis 800 in der 2. Ebene
KGBezeichnung
510Erdbau
520Gründung, Unterbau
530Oberbau, Deckschichten
540Baukonstruktionen
550Technische Anlagen
560Einbauten in Außenanlagen und Freiflächen
570Vegetationsflächen
580Wasserflächen
590Sonstige Maßnahmen für Außenanlagen und Freiflächen
610Allgemeine Ausstattung
620Besondere Ausstattung
630Informationstechnische Ausstattung
640Künstlerische Ausstattung
690Sonstige Ausstattung
710Bauherrenaufgaben
720Vorbereitung der Objektplanung
730Objektplanung
740Fachplanung
750Künstlerische Leistungen
760Allgemeine Baunebenkosten
790Sonstige Baunebenkosten
810Finanzierungsnebenkosten
820Fremdkapitalzinsen
830Eigenkapitalzinsen
840Bürgschaften
890Sonstige Finanzierungskosten
ℹ️ Norm im Original
Die Liste gibt die Bezeichnungen der Kostengruppen wieder. Die genauen Abgrenzungen und Erläuterungen jeder Gruppe stehen in der Norm selbst, die bei DIN Media erhältlich ist. Für verbindliche Kostenermittlungen sollten Sie mit dem Normtext arbeiten.

Was hat sich 2018 gegenüber 2008 geändert?

  • Neue KG 800 Finanzierung: Finanzierungskosten waren bis 2008 als KG 760 Teil der Baunebenkosten.
  • KG 200 umbenannt: aus „Herrichten und Erschließen“ wurde „Vorbereitende Maßnahmen“, ergänzt um Übergangsmaßnahmen (KG 250).
  • KG 370 Infrastrukturanlagen neu; die baukonstruktiven Einbauten wanderten nach KG 380.
  • KG 500 heißt nun „Außenanlagen und Freiflächen“, KG 600 „Ausstattung und Kunstwerke“.
  • KG 700 neu gegliedert, unter anderem mit Bauherrenaufgaben, Objektplanung und Fachplanung.
  • Anwendungsbereich erweitert auf Ingenieurbauwerke, Infrastrukturanlagen und Freiflächen.
  • Kostenvoranschlag als zusätzliche Stufe zwischen Kostenberechnung und Kostenanschlag.
⚠️ HOAI und DIN 276
Die HOAI legt für die Ermittlung der anrechenbaren Kosten ausdrücklich die DIN 276-1 in der Fassung vom Dezember 2008 zugrunde (§ 4 Abs. 1 HOAI). Für die Honorarberechnung ist deshalb die alte Gliederung maßgeblich, für die Kostenplanung im Projekt wird meist die aktuelle Ausgabe vereinbart. Klären Sie im Vertrag, welche Fassung gelten soll.

Stufen der Kostenermittlung und Gliederungstiefe

Kostenermittlungen nach DIN 276
StufeGrundlageÜbliche Gliederungstiefe
KostenrahmenBedarfsplanung1. Ebene, Bauwerkskosten gesondert
KostenschätzungVorplanung (HOAI LPH 2)Mindestens 2. Ebene nach DIN; die HOAI verlangt für ihre Zwecke die 1. Ebene
KostenberechnungEntwurfsplanung (HOAI LPH 3)Mindestens 3. Ebene nach DIN; die HOAI verlangt für ihre Zwecke die 2. Ebene
KostenvoranschlagAusführungsplanung3. Ebene und nach Vergabeeinheiten
KostenanschlagAngebote und AufträgeNach Vergabeeinheiten
KostenfeststellungAbrechnung3. Ebene

Den Unterschied zwischen Kostenschätzung und Kostenberechnung erklärt das Lexikon unter Kostenschätzung und Kostenberechnung. Eine Tabelle zum Ausfüllen finden Sie in der Vorlage Kostenberechnung nach DIN 276. Die Summen, die Umsatzsteuer und die Kennwerte je m² rechnet die Excel-Fassung automatisch. Die Bezugsflächen für solche Kennwerte, etwa die BGF, ermitteln Sie nach den Regeln der Flächenberechnung DIN 277.

Zuordnung typischer Kosten: Beispiele

Welche Kostengruppe?
KostenKGBegründung
Baustelleneinrichtung des Rohbauers391Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen
Gerüst392Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen
Fenster und Haustür334Außenwandöffnungen
Innentüren344Innenwandöffnungen
Estrich und Parkett353Deckenbeläge
Wärmepumpe421Wärmeerzeugungsanlagen
Photovoltaik auf dem Dach440Elektrische Anlagen (Eigenstromversorgung)
Einbauküche als Möbel610Allgemeine Ausstattung
Architektenhonorar730Objektplanung
Statik, TGA-Planung740Fachplanung
Baugenehmigungsgebühr760Allgemeine Baunebenkosten
Bereitstellungszinsen810Finanzierungsnebenkosten

Kostengruppen in der Praxis von Bauträgern und Bauleitung

Für Bauträger ist die DIN-276-Gliederung vor allem in der Projektkalkulation und im Kostencontrolling wichtig. Grundstück (KG 100), Bauwerk (KG 300 und 400), Außenanlagen (KG 500), Baunebenkosten (KG 700) und Finanzierung (KG 800) bilden zusammen die Gesamtinvestition, der die geplanten Verkaufserlöse gegenübergestellt werden – wie in der Bauträgerkalkulation. Die Bauleitung ordnet Aufträge und Nachträge den Kostengruppen zu und kann so jederzeit zeigen, wo das Budget überschritten wird.

In der Ausführung werden Aufträge allerdings nach Gewerken vergeben, nicht nach Kostengruppen. Ein Rohbauauftrag enthält Leistungen aus KG 310, 320, 330, 340, 350 und 390. Für ein sauberes Controlling brauchen Sie deshalb eine Zuordnung der LV-Positionen oder zumindest der Titel zu den Kostengruppen. Viele Kalkulationsprogramme und GAEB-Dateien unterstützen diese Zuordnung je Position.

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So hilft BauDock
In der Massenermittlung von BauDock ist die Kostengruppe nach DIN 276 Teil jeder Position. Aus Geschossen, Wänden und Öffnungen ermittelt BauDock die Mengen je Bauteil, Flächen und Längen messen Sie bei Bedarf direkt im PDF-Plan. Die Positionen übernehmen Sie samt Mengen ins Angebot – so bleibt die Verbindung zwischen Gewerk, Position und Kostengruppe von der Ermittlung bis zur Ausschreibung erhalten.

Typische Fehler bei der Arbeit mit Kostengruppen

  • Fassungen gemischt: Kostenkennwerte nach 2008 mit einer Gliederung nach 2018 verglichen, etwa bei Finanzierung oder Einbauten.
  • Brutto und netto vermischt: in einer Kostenermittlung muss klar sein, ob Umsatzsteuer enthalten ist.
  • Baustelleneinrichtung doppelt: einmal in KG 391, einmal in den Einheitspreisen der Gewerke.
  • Risikobudget vergessen: Unvorhergesehenes sollte als eigener Posten ausgewiesen werden, statt auf alle Gruppen verteilt.
  • Kostenstand ohne Datum: Baupreise ändern sich; jede Ermittlung braucht einen Kostenstand und gegebenenfalls eine Prognose.
  • Keine Fortschreibung: Kostengruppen nur zu Beginn befüllt und nicht mit Aufträgen und Rechnungen abgeglichen.

Wie Sie Kosten über das ganze Projekt im Griff behalten, erklärt der Artikel Baukosten-Controlling. Für die Ausschreibung nach Gewerken hilft der Artikel Leistungsverzeichnis erstellen.

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Quellen
Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Welche Kostengruppen gibt es nach DIN 276?

Acht Hauptgruppen: 100 Grundstück, 200 Vorbereitende Maßnahmen, 300 Bauwerk – Baukonstruktionen, 400 Bauwerk – Technische Anlagen, 500 Außenanlagen und Freiflächen, 600 Ausstattung und Kunstwerke, 700 Baunebenkosten und 800 Finanzierung.

Was gehört in Kostengruppe 300 und 400?

KG 300 umfasst die Baukonstruktionen von der Baugrube bis zum Dach einschließlich Baustelleneinrichtung und Gerüsten. KG 400 umfasst die technischen Anlagen wie Sanitär, Heizung, Lüftung, Elektro, Aufzüge und Gebäudeautomation. Zusammen bilden sie die Bauwerkskosten.

Welche Fassung der DIN 276 gilt aktuell?

Die aktuelle Ausgabe ist DIN 276:2018-12. Für die anrechenbaren Kosten nach HOAI ist dagegen weiterhin die DIN 276-1:2008-12 maßgeblich.

In welche Kostengruppe gehört die Baustelleneinrichtung?

In die KG 391 innerhalb von 390 Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen; für technische Anlagen in die entsprechende Gruppe unter 490.

In welche Kostengruppe gehören Architektenhonorare?

Nach DIN 276:2018 in die KG 730 Objektplanung; Fachplaner wie Statik oder TGA in die KG 740 Fachplanung.

Wie tief muss eine Kostenberechnung gegliedert sein?

Nach DIN 276 mindestens bis zur 3. Ebene. Die HOAI verlangt für ihre Zwecke mindestens die 2. Ebene.