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Raumbuch erstellen: Aufbau, Inhalte und Beispiel + Vorlage zum Download

Aktualisiert am 24. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit · Redaktion BauDock
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Raumbuch Vorlage – kostenlos als Excel herunterladen

Ein Raumbuch erstellen bedeutet, für jeden Raum eines Gebäudes in einer Tabelle festzuhalten, wie groß er ist, wie Boden, Wände und Decke ausgeführt werden und welche Fenster, Türen, Elektro-, Sanitär- und Ausstattungselemente er erhält. Das Raumbuch ist damit die Brücke zwischen Plan und Leistungsverzeichnis: Es übersetzt den Grundriss in Mengen und Qualitäten, die sich ausschreiben, prüfen und abnehmen lassen. Dieser Artikel zeigt, wann ein Raumbuch sinnvoll ist, welche Spalten hineingehören, wie Sie Raumnummern vergeben und wie das Raumbuch über alle Projektphasen gepflegt wird.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Raumbuch beschreibt jeden Raum mit Nummer, Fläche, Höhe, Oberflächen, Öffnungen, Technik und Ausstattung in einer einheitlichen Tabelle.
  • Es entsteht aus dem Raumprogramm der Bedarfsplanung und wächst mit dem Planungsstand bis zur Ausführungsplanung.
  • Ein eindeutiges Raumnummernsystem (Gebäude, Geschoss, Raum) ist die Voraussetzung für Plan, LV, Mängelliste und Übergabe.
  • Aus dem Raumbuch lassen sich Mengen für das Leistungsverzeichnis ableiten, etwa Boden-, Wand- und Deckenflächen je Belag.
  • Ein gepflegtes Raumbuch hilft bei Bemusterung, Abnahme und Betrieb, weil es den vereinbarten Soll-Zustand je Raum dokumentiert.

Was ist ein Raumbuch?

Das Raumbuch ist eine raumweise Beschreibung eines Gebäudes. Während Grundrisse zeigen, wo ein Raum liegt und wie er geschnitten ist, beantwortet das Raumbuch die Frage, wie er ausgeführt wird: Fliesen oder Parkett, Putzqualität, Anzahl der Steckdosen, Art der Tür, Sanitärobjekte. Eine Norm für den Aufbau gibt es nicht; die Begriffe für Flächen orientieren sich aber an der DIN 277, die Kosten an den Kostengruppen der DIN 276.

Abzugrenzen sind drei verwandte Begriffe. Das Raumprogramm aus der Bedarfsplanung nach DIN 18205 listet, welche Räume mit welcher Größe gebraucht werden. Der Raumstempel im Plan zeigt Raumnummer, Bezeichnung, Fläche und Bodenbelag direkt im Grundriss. Das Raumbuch fasst alle Eigenschaften je Raum ausführlich zusammen und ist damit das umfassendste der drei Werkzeuge.

Wann lohnt sich ein Raumbuch?

  • Mehrfamilienhäuser und Bauträgerprojekte: viele gleichartige Wohnungen mit Abweichungen durch Sonderwünsche.
  • Büro-, Schul- und Gesundheitsbauten: viele Räume mit unterschiedlichen technischen Anforderungen.
  • Sanierung im Bestand: Zustand und Maßnahmen je Raum festhalten, oft verbunden mit einem Aufmaß.
  • Ausschreibung nach Räumen: wenn Leistungen raumweise kalkuliert oder abgerechnet werden sollen.
  • Übergabe an Betreiber: als Grundlage für Facility Management, Reinigungsflächen und Wartung.

Inhalte eines Raumbuchs: die wichtigsten Spalten

Typischer Aufbau eines Raumbuchs
BereichSpaltenBeispiel
IdentifikationRaumnummer, Bezeichnung, Geschoss, Wohnung/Einheit1.02.03 Bad, 1. OG, WE 05
GeometrieFläche (NRF), Umfang, lichte Höhe, Wandfläche7,8 m², 11,4 m, 2,50 m
NutzungNutzungsart nach DIN 277, BelegungNUF 7 Sanitär
BodenAufbau, Belag, Sockel, GefälleEstrich 65 mm, Fliese 60×60, R10
WandUntergrund, Oberfläche, FliesenhöheKalkzementputz Q2, Fliese raumhoch
DeckeArt, Oberfläche, AbhängungGipskarton, Q3, gestrichen
ÖffnungenFenster, Türen mit Typ und MaßFenster F-12, Tür T-30 88,5×201
ElektroSteckdosen, Schalter, Leuchten, Daten2 Steckdosen, 1 Spiegelleuchte
Sanitär/HLSObjekte, Heizung, LüftungWC, WT, Dusche bodengleich, Abluft
AusstattungEinbauten, Zubehör, SonderwünscheSpiegelschrank, Handtuchheizkörper
StatusPlanstand, Bemusterung, AbnahmeBemustert am 12.09., abgenommen

Die kostenlose Raumbuch-Vorlage enthält diese Spalten als Excel-Tabelle, summiert die Flächen je Geschoss und Belag und lässt sich um eigene Spalten erweitern.

Raumbuch erstellen in 6 Schritten

  1. Raumnummernsystem festlegen: einheitlich für Pläne, Raumbuch, LV und Mängellisten, zum Beispiel Bauteil.Geschoss.Raum.
  2. Räume aus dem Plan übernehmen: Raumliste je Geschoss mit Bezeichnung und Nutzung anlegen.
  3. Flächen und Höhen ermitteln: Netto-Raumfläche, Umfang und lichte Höhe aus dem Plan oder dem Aufmaß.
  4. Standards definieren: Ausstattungsstandard je Raumtyp festlegen (Bad Standard, Bad Komfort, Wohnraum), statt jeden Raum einzeln zu beschreiben.
  5. Abweichungen eintragen: Sonderwünsche, technische Besonderheiten und abweichende Oberflächen je Raum ergänzen.
  6. Fortschreiben: bei jeder Planänderung, Bemusterung und Abnahme den Stand und das Datum aktualisieren.
💡 Raumtypen sparen Arbeit
Arbeiten Sie mit Raumtypen und Standard-Ausstattungen. Ein Raum erhält dann nur noch den Verweis „Raumtyp Bad A“ und die Abweichungen. So bleibt das Raumbuch auch bei 60 Wohnungen übersichtlich, und eine Änderung am Standard wirkt auf alle betroffenen Räume.

Raumnummern richtig vergeben

Eine gute Raumnummer ist eindeutig, sortierbar und für alle Beteiligten lesbar. Bewährt hat sich eine dreistellige Gliederung: Bauteil oder Haus, Geschoss, laufende Raumnummer. Das Untergeschoss erhält zum Beispiel U1, das Erdgeschoss 00, die Obergeschosse 01, 02 und so weiter. Entscheidend ist, dass das System zu Projektbeginn festgelegt und in den Planköpfen, im Raumbuch und auf der Baustelle gleich verwendet wird.

RaumnummerBedeutung
A.00.01Haus A, Erdgeschoss, Raum 01 (Eingang)
A.01.05Haus A, 1. Obergeschoss, Raum 05
B.U1.02Haus B, 1. Untergeschoss, Raum 02 (Technik)
A.02.WE07.03Haus A, 2. OG, Wohnung 07, Raum 03

Vom Raumbuch zum Leistungsverzeichnis

Der große Vorteil eines sauberen Raumbuchs zeigt sich bei der Ausschreibung. Werden Fläche, Umfang und Höhe je Raum gepflegt, ergeben sich die Mengen für Bodenbeläge, Sockelleisten, Wandfliesen, Putz und Anstrich durch einfaches Summieren nach Belag oder Oberfläche. Diese Mengen fließen als Vordersätze in das Leistungsverzeichnis. Bei der Abrechnung lässt sich jede Menge auf einen Raum zurückführen und mit dem Aufmaß vergleichen.

Beispiel: Mengen aus dem Raumbuch

RaumFlächeUmfangBelagSockel
1.01.01 Flur9,4 m²15,2 mFliese 60×6013,4 m
1.01.02 Wohnen28,6 m²22,0 mParkett Eiche19,8 m
1.01.03 Schlafen14,2 m²15,4 mParkett Eiche13,8 m
1.01.04 Bad7,8 m²11,4 mFliese 60×60entfällt (Wandfliese)
Summe60,0 m²Parkett 42,8 m² / Fliese 17,2 m²Sockel 47,0 m

Beim Sockel sind Türöffnungen abgezogen. Diese Logik lässt sich in Excel mit Summen nach Belag einfach abbilden.

BauDock · Aufmaß · Raumbuch
Raumbuch in BauDock nach Geschoss, Wohnung und Raum mit Wandflächen, Abzug für eine Tür, Mengen und Einheitspreisen
Je Raum stehen Positionen mit Maßen und Abzügen untereinander – die Summen ergeben die Mengen für das Leistungsverzeichnis.
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So hilft BauDock
In BauDock entstehen die Raumdaten dort, wo die Mengen ohnehin ermittelt werden: Sie laden den Grundriss als PDF, legen den Maßstab fest und messen Fläche und Umfang je Raum direkt im Plan. Das Aufmaß ist nach Geschoss, Wohnung und Raum gegliedert, Türöffnungen ziehen Sie als Abzug ab. Aus dieser Gliederung ergibt sich das Raumbuch, und die Mengen übernehmen Sie direkt ins Angebot oder Leistungsverzeichnis — ohne die Werte von Hand in eine zweite Tabelle zu übertragen.

Raumbuch in Bemusterung, Abnahme und Übergabe

Im Bauträgergeschäft wird das Raumbuch zur Grundlage der Bemusterung: Die Käufer wählen je Raum Fliesen, Bodenbeläge und Sanitärobjekte, und jede Abweichung vom Standard wird als Sonderwunsch eingetragen. Bei der Abnahme dient das Raumbuch als Soll, gegen das der Ist-Zustand geprüft wird. Mängel lassen sich über die Raumnummer eindeutig zuordnen. Nach der Übergabe erhalten Betreiber oder Eigentümer mit dem Raumbuch eine Übersicht, welche Materialien und Produkte verbaut wurden, was für Wartung und spätere Reparaturen wertvoll ist.

Raumbuch in Excel oder im Planungsprogramm?

Für kleine und mittlere Projekte ist eine Excel-Tabelle der pragmatische Weg: Sie ist für alle Beteiligten lesbar, lässt sich filtern und summieren und braucht keine Spezialsoftware. Bei großen Projekten oder BIM-Planung wird das Raumbuch häufig direkt aus dem CAD- oder BIM-Modell erzeugt, weil Flächen und Raumdaten dort bereits hinterlegt sind. Dann ist wichtig, dass Änderungen nur an einer Stelle erfolgen, damit Modell und Tabelle nicht auseinanderlaufen. Unabhängig vom Werkzeug sollte jede Fassung des Raumbuchs mit Datum und Planstand versehen und wie ein Plan versioniert werden.

Typische Fehler beim Raumbuch

  • Uneinheitliche Raumnummern in Plan, Raumbuch und LV.
  • Kein Planstand vermerkt: Niemand weiß, auf welchem Planindex die Angaben beruhen.
  • Jeder Raum einzeln beschrieben statt Raumtypen mit Abweichungen; Änderungen werden dann unvollständig übernommen.
  • Flächen ohne Methode: DIN 277 und Wohnflächenverordnung gemischt. Wohnflächen gehören getrennt ermittelt, etwa mit dem Rechner Wohnfläche berechnen.
  • Raumbuch nicht fortgeschrieben: Sonderwünsche und Planänderungen fehlen, das Dokument ist bei der Abnahme veraltet.
  • Zu viele Details zu früh: Im Entwurf genügen Fläche, Nutzung und Standard; Details folgen in der Ausführungsplanung.
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Quellen
Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Was ist ein Raumbuch?

Ein Raumbuch ist eine Tabelle, die jeden Raum eines Gebäudes mit Nummer, Fläche, Höhe, Oberflächen von Boden, Wand und Decke, Fenstern, Türen, Technik und Ausstattung beschreibt. Es dient Planung, Ausschreibung, Abnahme und Betrieb.

Wer erstellt das Raumbuch?

In der Regel der Architekt im Rahmen der Ausführungsplanung, bei Bauträgerprojekten oft in Abstimmung mit dem Bauträger. Fachplaner ergänzen die technischen Angaben.

Was ist der Unterschied zwischen Raumbuch und Raumprogramm?

Das Raumprogramm legt in der Bedarfsplanung fest, welche Räume mit welcher Größe benötigt werden. Das Raumbuch beschreibt später ausführlich, wie jeder Raum ausgeführt wird.

Gibt es eine Norm für das Raumbuch?

Eine eigene Norm für den Aufbau gibt es nicht. Für Flächen wird die DIN 277 verwendet, für Kostenzuordnungen die DIN 276. Viele Bauherren geben eigene Raumbuch-Standards vor.

Kann ich ein Raumbuch in Excel erstellen?

Ja. Excel eignet sich gut, weil sich Flächen je Geschoss oder Belag automatisch summieren lassen. Eine kostenlose Raumbuch-Vorlage als Excel-Datei gibt es bei BauDock zum Download.

Wie detailliert muss ein Raumbuch sein?

Das hängt vom Planungsstand ab. Im Entwurf genügen Raumnummer, Fläche, Nutzung und Standard. In der Ausführungsplanung kommen Aufbauten, Produkte, Elektro- und Sanitärausstattung hinzu.