Revisionsunterlagen: was dazugehört
Revisionsunterlagen, auch Bestands- oder Dokumentationsunterlagen genannt, beschreiben das Gebäude so, wie es tatsächlich gebaut wurde. Sie werden gebraucht, um Anlagen zu betreiben und zu warten, um spätere Umbauten zu planen und um Mängelansprüche während der Gewährleistung zu belegen. Ohne aktuelle Leitungspläne wird jede Reparatur zur Suche, ohne Prüfprotokolle fehlt der Nachweis, dass eine Anlage ordnungsgemäß in Betrieb ging.
Rechtsgrundlagen und Pflichten
| Beteiligter | Pflicht | Grundlage |
|---|---|---|
| Ausführende Firmen | Bestandsunterlagen, Prüfprotokolle, Bedienungs- und Wartungsanleitungen ihrer Leistung | Bauvertrag; für die technischen Gewerke die ATV der VOB/C |
| Objektüberwachung (Architekt) | systematische Zusammenstellung der Dokumentation und Übergabe des Objekts | HOAI Anlage 10, Leistungsphase 8 |
| Koordinator (SiGeKo) | Unterlage für spätere Arbeiten am Bauwerk | § 3 Abs. 2 Nr. 3 BaustellV |
| Bauherr / Bauträger | Energieausweis an Käufer übergeben, Erfüllungserklärung nach GEG | § 80 GEG, § 92 GEG |
| Elektrofachbetrieb | Erstprüfung der Anlage mit Prüfprotokoll | DIN VDE 0100-600 |
Am sichersten ist eine klare Regelung im Vertrag: welche Unterlagen, in welcher Form, bis wann, und welche Folgen eine verspätete Lieferung hat, etwa ein Einbehalt bis zur Übergabe. Fehlen für den Betrieb unverzichtbare Unterlagen, kann das ein Grund sein, die Abnahme zu verweigern oder Mängel vorzubehalten.
Checkliste Revisionsunterlagen nach Gewerken
- Allgemein: Revisionspläne, Abnahmeprotokolle, Gewährleistungsfristen je Firma, Firmenliste mit Notdienst, Fotos verdeckter Leitungen.
- Elektro: Stromlauf- und Verteilerpläne, Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600.
- Heizung: Strangschema, Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich, Inbetriebnahmeprotokoll.
- Sanitär: Strangschema, Druckprüfung und Spülprotokoll für die Trinkwasseranlage.
- Lüftung: Anlagenschema, Einregulierungsprotokoll, Filterwechselplan.
- Brandschutz: Brandschutznachweis, Dokumentation der Abschottungen, Prüfberichte der Prüfsachverständigen.
- Energie: Energieausweis, GEG-Nachweise, Luftdichtheitsmessung.
Fotodokumentation verdeckter Bauteile
Leitungen in Wänden und Estrich, Abdichtungen und Dämmungen sind nach dem Verschließen nicht mehr sichtbar. Fotos mit Datum und Ort, aufgenommen vor dem Schließen, gehören deshalb in die Revisionsunterlagen. Sie ersparen später Bohrschäden und helfen bei der Klärung von Mängeln. Tipps dazu im Artikel Fotodokumentation auf der Baustelle.
Übergabe an Käufer und Verwaltung beim Bauträger
Beim Bauträgerprojekt gibt es zwei Empfänger: Käufer erhalten die Unterlagen zu ihrer Wohnung, etwa Anleitungen der Küche oder des Badlüfters. Die Hausverwaltung der Eigentümergemeinschaft braucht die Unterlagen zum Gemeinschaftseigentum mit Heizung, Aufzug, Brandschutz und Wartungsverträgen. Führen Sie dafür getrennte Checklisten und lassen Sie jede Übergabe quittieren.
Typische Fehler bei der Übergabe der Dokumentation
- Pläne im Planungsstand statt im gebauten Zustand übergeben.
- Unterlagen erst nach der Schlusszahlung angefordert, wenn das Druckmittel fehlt.
- Wartungsintervalle fehlen, sodass Garantien durch fehlende Wartung verloren gehen.
- Keine Liste der Gewährleistungsfristen je Firma.
- Digitale Unterlagen in unterschiedlichen Formaten ohne Ordnung abgelegt.

