Wozu dient ein Betonierprotokoll?
Ein Betonierprotokoll hält fest, welcher Beton wann, unter welchen Bedingungen und wie in ein Bauteil eingebaut wurde. Es ist der Nachweis, dass Festlegung, Annahmeprüfung, Verdichtung und Nachbehandlung den Regeln entsprechen. Treten später Risse, Kiesnester oder zu geringe Festigkeiten auf, lässt sich mit dem Protokoll klären, ob die Ursache im Beton, im Einbau oder in der Nachbehandlung liegt. Ohne Aufzeichnung trägt die ausführende Firma im Streit die volle Beweislast für eine fachgerechte Betonage. Hintergründe erklärt der Ratgeber Betonierprotokoll.
Normen: DIN EN 13670 und DIN 1045-3
Die Ausführung von Betonbauwerken regelt DIN EN 13670 zusammen mit der nationalen Anwendungsnorm DIN 1045-3. Für Beton der Überwachungsklassen 2 und 3 sind die Betonierarbeiten lückenlos aufzuzeichnen, die Annahmeprüfungen auf der Baustelle durchzuführen und die Unterlagen aufzubewahren. Mit der Neuausgabe der DIN-1045-Reihe 2023 werden die Überwachungsklassen schrittweise durch Betonbauqualitätsklassen nach DIN 1045-1000 abgelöst. Welche Fassung gilt, hängt von der bauaufsichtlichen Einführung im Land und vom Vertrag ab. Tragen Sie im Zweifel die Klasse ein, die der Tragwerksplaner festgelegt hat.
| Prüfgröße | Übliche Anforderung | Wo im Protokoll |
|---|---|---|
| Frischbetontemperatur | mindestens +5 °C, höchstens +30 °C | Lieferscheintabelle |
| Lufttemperatur | bei Frost Schutzmaßnahmen, kein Einbau auf gefrorenen Untergrund | Witterung |
| Konsistenz | Ausbreitmaß passend zur festgelegten Klasse, z. B. F3 = 420 bis 480 mm | Lieferscheintabelle |
| Wasserzugabe | auf der Baustelle nicht zulässig, nur Fließmittel nach Herstellerangabe | Lieferscheintabelle, Checkliste |
| Prüfkörper | Würfel 150 mm, Prüfung der Druckfestigkeit in der Regel nach 28 Tagen | Prüfkörper |
| Nachbehandlung | Dauer nach Festigkeitsentwicklung, Oberflächentemperatur und Expositionsklasse | Nachbehandlung |
Betonage dokumentieren: Ablauf auf der Baustelle
- Bewehrung abnehmen lassen und die Abnahme im Protokoll vermerken, bevor der erste Fahrmischer kommt.
- Schalung auf Sauberkeit, Dichtheit und Standsicherheit prüfen, Einbauteile und Betondeckung kontrollieren.
- Jeden Lieferschein mit der Bestellung abgleichen und abweichende Sorten zurückweisen.
- Lagenweise einbauen und verdichten, Fallhöhen begrenzen und Arbeitsfugen nur an geplanten Stellen anordnen.
- Nachbehandlung sofort nach dem Abziehen beginnen und den Beton vor Austrocknung und Frost schützen.
- Lieferscheine, Protokoll und Prüfergebnisse gemeinsam ablegen und im Bautagebuch auf die Betonage verweisen.
Wichtig ist, das Protokoll während der Betonage zu führen und nicht am Abend aus dem Gedächtnis. Uhrzeiten, Temperaturen und Lieferscheinnummern lassen sich später kaum noch rekonstruieren. Die Menge laut Plan überschlagen Sie vorab mit dem Beton-Rechner.
Typische Fehler beim Betonierprotokoll
- Lieferscheine nur gesammelt statt bei der Ankunft geprüft: Eine falsche Sorte ist dann schon eingebaut.
- Wasser zugegeben, um den Beton pumpfähiger zu machen, und das nicht notiert.
- Frischbetontemperatur im Winter oder Hochsommer nicht gemessen.
- Prüfkörper ohne eindeutige Kennzeichnung, sodass das Ergebnis keinem Bauteil zugeordnet werden kann.
- Nachbehandlung zu früh beendet oder gar nicht dokumentiert.
