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Betonierprotokoll: Betonage richtig dokumentieren + Vorlage zum Download

Aktualisiert am 24. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit · Redaktion BauDock
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Betonierprotokoll Vorlage – kostenlos als PDF herunterladen

Ein Betonierprotokoll dokumentiert jede Betonage auf der Baustelle: welches Bauteil mit welchem Beton betoniert wurde, wann geliefert und eingebaut wurde, wie das Wetter war, wie verdichtet und nachbehandelt wurde und welche Prüfungen stattfanden. Für Beton mit erhöhten Anforderungen verlangt DIN 1045-3 in Verbindung mit DIN EN 13670 solche Aufzeichnungen ausdrücklich; bei allen anderen Bauteilen sind sie der beste Nachweis, wenn später Risse, Fehlstellen oder Festigkeitsfragen auftauchen. Dieser Artikel zeigt, was in ein Betonierprotokoll gehört, welche Temperaturgrenzen gelten und welche Fehler die Dokumentation wertlos machen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Betonierprotokoll hält je Betonierabschnitt Bauteil, Betonsorte, Lieferscheine, Einbauzeiten, Wetter, Temperaturen, Verdichtung, Nachbehandlung und Prüfkörper fest.
  • Für Beton mit erhöhten Anforderungen sind Aufzeichnungen nach DIN 1045-3 Pflicht; welche Klasse und welche Normfassung gilt, ergibt sich aus Planung, Vertrag und den eingeführten Technischen Baubestimmungen.
  • Bei Lufttemperaturen zwischen +5 °C und −3 °C darf die Frischbetontemperatur beim Einbau +5 °C nicht unterschreiten, unter −3 °C gelten mindestens +10 °C; mehr als +30 °C sind ohne besondere Maßnahmen zu vermeiden.
  • Jeder Lieferschein ist mit dem bestellten Beton abzugleichen: Festigkeitsklasse, Expositionsklassen, Konsistenz, Größtkorn und Zeitpunkt der Wasserzugabe.
  • Die Nachbehandlung gehört ins Protokoll: Art, Beginn und Dauer. Sie entscheidet maßgeblich über Dauerhaftigkeit und Oberflächenqualität.

Was ist ein Betonierprotokoll?

Das Betonierprotokoll (auch Betonageprotokoll oder Betoniertagebuch) ist die Aufzeichnung einer einzelnen Betonage. Es wird vom Bauunternehmen geführt, meist vom Polier oder Bauleiter, und je Betonierabschnitt ausgefüllt. Es ergänzt das Bautagebuch, das den gesamten Baustellentag abbildet. Darin steht alles, was später nicht mehr sichtbar ist: welcher Beton tatsächlich eingebaut wurde, wie lange er unterwegs war, ob Wasser zugegeben wurde, wie kalt es war und wie der Beton geschützt wurde.

Für den Auftraggeber und die Bauüberwachung ist das Protokoll der Nachweis, dass die Ausführung den Plänen und dem Betonierplan entspricht. Für das ausführende Unternehmen ist es die wichtigste Verteidigung, wenn Jahre später Risse oder Durchfeuchtungen auftreten. Ohne Protokoll lässt sich kaum belegen, dass der Beton fachgerecht eingebaut und nachbehandelt wurde.

Wann ist ein Betonierprotokoll Pflicht?

Die Bauausführung von Ortbeton regelt DIN 1045-3 zusammen mit DIN EN 13670. In der bisher verbreiteten Fassung DIN 1045-3:2012 wird nach Überwachungsklassen 1 bis 3 unterschieden. Für die Überwachungsklassen 2 und 3, zu denen etwa höhere Festigkeitsklassen ab C30/37, Beton für wasserundurchlässige Bauteile oder bestimmte Expositionsklassen gehören, sind Aufzeichnungen über die Bauausführung vorgeschrieben, und das Bauunternehmen braucht eine ständige betriebseigene Überwachung sowie eine anerkannte Überwachungsstelle.

Die 2023 erschienene Neufassung der Normenreihe DIN 1045 ordnet Bauteile in Betonbauqualitätsklassen (BBQ-N, BBQ-E, BBQ-S) und Ausführungsklassen ein; für die erweiterten Klassen ist ein Betonbaukonzept mit Abstimmung zwischen Planung, Betonhersteller und Ausführung vorgesehen. Welche Fassung auf Ihrer Baustelle gilt, richtet sich nach Vertrag, Planung und den in Ihrem Bundesland eingeführten Technischen Baubestimmungen. Unabhängig davon gilt: Ein Betonierprotokoll ist für jede tragende Betonage zu empfehlen.

⚠️ Klasse vorher klären
Lassen Sie sich die maßgebliche Überwachungs- oder Ausführungsklasse vor der ersten Betonage vom Tragwerksplaner bestätigen. Davon hängen Prüfumfang, Überwachungsstelle und Dokumentationspflichten ab.

Inhalt des Betonierprotokolls

Pflichtfelder eines Betonierprotokolls
AbschnittWas festgehalten wird
Bauvorhaben und BauteilProjekt, Achsen, Geschoss, Bauteil (z. B. Decke über EG, Achse A–D), Planstand, Betonierabschnitt
Beton laut PlanungFestigkeitsklasse, Expositionsklassen, Konsistenz, Größtkorn, ggf. WU-Anforderung, Feuchtigkeitsklasse
LieferungBetonwerk, Lieferschein-Nr., Menge je Fahrzeug, Uhrzeit Beladen, Ankunft, Entladeende
EinbauBeginn und Ende, Einbauart (Pumpe, Kübel), Schütthöhe, Lagenstärke, Arbeitsfugen
VerdichtungRüttler (Anzahl, Durchmesser), Rüttelabstände, Besonderheiten
Wetter und TemperaturLufttemperatur min./max., Frischbetontemperatur, Wind, Niederschlag, Sonne
FrischbetonprüfungKonsistenz (Ausbreitmaß), Luftgehalt, Temperatur, Zeitpunkt, Prüfer
PrüfkörperAnzahl und Kennzeichnung der Würfel oder Zylinder, Lagerung, Prüfdatum
NachbehandlungArt (Folie, Abdeckung, Nachbehandlungsmittel, Wasser), Beginn, geplante Dauer, Frostschutz
BesonderheitenWasserzugabe, Verzögerungen, Pumpenausfall, Abweichungen vom Betonierplan, Anwesende
FreigabeAbnahme Bewehrung vor der Betonage, Name und Unterschrift Polier/Bauleitung
💡 Vorlage zum Ausdrucken
Die kostenlose Vorlage Betonierprotokoll enthält alle Felder als PDF zum Ausfüllen auf der Baustelle. Die benötigte Betonmenge für Ihr Bauteil ermitteln Sie vorab mit dem Beton-Rechner.

Lieferschein prüfen: der wichtigste Schritt

Jeder Fahrmischer bringt einen Lieferschein mit. Bevor entladen wird, prüft der Polier, ob die gelieferte Betonsorte mit der Bestellung und der Planung übereinstimmt. Falsch gelieferter Beton lässt sich nach dem Einbau nur mit großem Aufwand nachweisen und kaum korrigieren.

  • Festigkeitsklasse (z. B. C25/30) und Expositionsklassen (z. B. XC4, XF1) wie geplant.
  • Konsistenzklasse (z. B. F3) und Größtkorn passend zu Bauteil und Bewehrungsdichte.
  • Zeitpunkt der ersten Wasserzugabe: Ab dann läuft die zulässige Verarbeitungszeit; bei langer Fahrzeit oder Wartezeit vermerken.
  • Zusätze: Verzögerer, Fließmittel, Fasern; jede Zugabe auf der Baustelle mit Menge und Uhrzeit.
  • Kein Wasser auf der Baustelle zugeben, um den Beton weicher zu machen. Es verschlechtert den Wasserzementwert und damit Festigkeit und Dauerhaftigkeit.

Lieferscheine gehören zum Protokoll. Nummerieren Sie sie fortlaufend und vermerken Sie, welcher Lieferschein in welchen Bereich eingebaut wurde. Bei Schäden lässt sich so später genau zuordnen, welche Charge betroffen ist.

Temperatur: Betonieren bei Kälte und Hitze

Temperatur ist die häufigste Ursache für Probleme bei der Betonage. Die Normen und Merkblätter der Betonindustrie nennen klare Grenzwerte für die Frischbetontemperatur beim Einbau. Im Protokoll werden Lufttemperatur und Frischbetontemperatur festgehalten, bei Kälte zusätzlich die getroffenen Schutzmaßnahmen.

Frischbetontemperatur beim Einbau (Richtwerte)
LufttemperaturMindesttemperatur FrischbetonHinweis
über +5 °C–Normaler Einbau; bei Hitze Höchstwert beachten
+5 °C bis −3 °C+5 °C+10 °C bei geringem Zementgehalt (unter 240 kg/m³) oder Zementen mit niedriger Hydratationswärme
unter −3 °C+10 °CWärmeschutz über mindestens drei Tage, Schalung und Bewehrung frei von Eis und Schnee
Hitzehöchstens +30 °COhne geeignete Maßnahmen nicht überschreiten

Frisch eingebauter Beton darf nicht gefrieren, bevor er eine ausreichende Festigkeit erreicht hat. Als Faustwert gilt eine Druckfestigkeit von etwa 5 N/mm² an der Oberfläche. Bei Frostgefahr gehören Thermometerablesungen in den Tagen nach der Betonage ins Protokoll. Mehr zu Beton, Estrich und Schlechtwetter lesen Sie im Artikel Bauen im Winter.

Verdichtung und Nachbehandlung dokumentieren

Beton muss vollständig verdichtet werden, damit keine Kiesnester und Lufteinschlüsse bleiben. Im Protokoll stehen Anzahl und Größe der Innenrüttler, die Lagenstärke und Besonderheiten wie dicht bewehrte Bereiche. Bei Sichtbeton oder wasserundurchlässigen Bauteilen ist die Verdichtung besonders sorgfältig zu dokumentieren.

Die Nachbehandlung schützt den jungen Beton vor Austrocknung, Temperaturschocks und Frost. DIN 1045-3 legt die Mindestdauer abhängig von Festigkeitsentwicklung, Oberflächentemperatur und Expositionsklasse fest. Halten Sie fest, wann die Nachbehandlung beginnt, womit sie erfolgt und wann sie frühestens enden darf. Gerade bei Decken im Sommer ist eine zu kurze oder zu späte Nachbehandlung eine häufige Ursache für Schwindrisse.

Ablauf einer Betonage mit Protokoll

  1. Vortag: Bewehrung abnehmen, Schalung prüfen, Betonbestellung mit Sorte, Menge und Taktung bestätigen, Wetterbericht prüfen.
  2. Vor dem Entladen: Lieferschein prüfen, Frischbetontemperatur und Konsistenz messen, bei Bedarf Prüfkörper herstellen.
  3. Während der Betonage: Lieferscheine, Uhrzeiten und Einbaubereiche fortlaufend notieren; Störungen sofort vermerken.
  4. Nach dem Einbau: Nachbehandlung beginnen, Art und Uhrzeit eintragen, Frostschutz oder Abdeckung dokumentieren.
  5. Folgetage: Temperaturen und Nachbehandlung kontrollieren, Prüfergebnisse der Würfel nachtragen, Protokoll abschließen.
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So hilft BauDock
In BauDock legen Sie sich das Betonierprotokoll einmal als eigene Protokoll-Vorlage an, mit den Feldern aus der Tabelle oben und Fotoplätzen für Lieferschein, Bewehrung vor der Betonage und Nachbehandlung. Auf der Baustelle füllt der Polier es während der Betonage am Tablet aus, statt abends aus dem Gedächtnis; das PDF trägt Ihren Briefkopf. Den Baustellentag mit Wetter, Firmen und Personal halten Sie parallel im Bautagebuch fest.

Typische Fehler beim Betonierprotokoll

  • Protokoll erst am Abend aus dem Gedächtnis ausgefüllt: Uhrzeiten und Temperaturen fehlen oder sind geschätzt.
  • Lieferscheine nicht zugeordnet: Unklar, welcher Beton wohin eingebaut wurde.
  • Wasserzugabe nicht vermerkt oder verschwiegen.
  • Nachbehandlung fehlt im Protokoll, obwohl sie für Risse entscheidend ist.
  • Keine Fotos von Bewehrung vor der Betonage und von der fertigen Oberfläche.
  • Prüfergebnisse nicht nachgetragen: Würfel wurden hergestellt, das Ergebnis taucht nie im Protokoll auf.
ℹ️ Hinweis
Die Temperaturgrenzen und Pflichten sind vereinfacht dargestellt. Maßgeblich sind die für Ihr Bauvorhaben geltende Normfassung, die Vorgaben des Tragwerksplaners und die Angaben des Betonherstellers.
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Quellen
Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Was gehört in ein Betonierprotokoll?

Bauteil und Betonierabschnitt, Betonsorte laut Planung, Lieferscheine mit Uhrzeiten, Einbau und Verdichtung, Luft- und Frischbetontemperatur, Frischbetonprüfungen, Prüfkörper, Nachbehandlung, Besonderheiten sowie Name und Unterschrift der verantwortlichen Person.

Ist ein Betonierprotokoll Pflicht?

Für Beton mit erhöhten Anforderungen, nach DIN 1045-3:2012 etwa in den Überwachungsklassen 2 und 3, sind Aufzeichnungen vorgeschrieben. Für alle anderen tragenden Bauteile ist ein Protokoll dringend zu empfehlen, weil es im Schadensfall der wichtigste Nachweis ist.

Ab welcher Temperatur darf man nicht mehr betonieren?

Ein festes Verbot gibt es nicht, aber Grenzwerte für den Frischbeton: Bei Luft zwischen +5 °C und −3 °C mindestens +5 °C, unter −3 °C mindestens +10 °C Frischbetontemperatur, dazu Schutz vor Frost, bis der Beton ausreichend fest ist.

Wer füllt das Betonierprotokoll aus?

In der Regel der Polier oder Bauleiter des ausführenden Bauunternehmens. Die Bauüberwachung des Auftraggebers prüft es und erhält eine Kopie.

Wie lange muss Beton nachbehandelt werden?

Das hängt von Festigkeitsentwicklung, Temperatur und Expositionsklasse ab und ist in DIN 1045-3 geregelt. Bei kühler Witterung und langsam erhärtendem Beton ist die Nachbehandlung deutlich länger als im Sommer.

Darf auf der Baustelle Wasser in den Beton gegeben werden?

Nein, nicht zum Verflüssigen. Zusätzliches Wasser erhöht den Wasserzementwert und senkt Festigkeit und Dauerhaftigkeit. Konsistenzänderungen sind nur mit geeigneten Zusatzmitteln und nach Vorgabe des Betonherstellers zulässig.

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